Geschichten von Orlow zum Regiment

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08.02.2017 18:59 (zuletzt bearbeitet: 09.02.2017 21:05)
#1
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User Orlow hat zur Verpflegung im Regiment etwas im NVA-Forum geschrieben. Leider ist der Zugang zu dem Artikel schwer bzw nicht zu erreichen.
Hier soll diese Erzählung erneut plaziert werden.
Habe den Artikel heruntergeladen und aufgeteilt. Die Bilder werden noch eingefügt. Braucht aber seine Zeit.



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09.02.2017 19:58
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#2
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Hast Du noch einen Suchbegriff?

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Denkt daran, ein Lächeln kostet nichts, kann dafür aber umsomehr geben!

Bilder soweit nicht andere Ownerangabe erfolgt, sind aus meiner Kamera und damit mein Eigentum.
Eigene Bilder die ich hier im Forum eingestellt habe, gelten als frei und können weitergenutzt werden,
diese Freigabe gilt nicht für kommerzielle Zwecke!

Artikel scanne ich lieber ein und lade diese über ein Bildbearbeitungstool hoch. Eingestellte Links zu versch. Artikeln
sind nach einiger Zeit nicht mehr Verfügbar und so mancher Beitrag wird damit sinnfrei. Diese kleine Mühe für Nachhaltigkeit nehme ich dann gern auf mich.

Gleichzeitig biete ich an die Bücher gegen Erstattung der Portokosten 2 x 2,55 € (Großbrief bis 1Kg)auszuleihen. Bei den heutigen Preisen muss man ja nicht
jedes Buch kaufen um es zu lesen. Wer also den Wunsch hat eines der Bücher zu lesen, kann sich gern per e-Mail melden.

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09.02.2017 20:38 (zuletzt bearbeitet: 09.02.2017 21:15)
#3
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Geschichten von Orlow zum Regiment



Dienstantritt
Regimentsübung
Nochten
Das Wirtschaftsgebäude
Zuordnung der Bereiche im Wirtschaftsgebäude
Analyse des Standes der Tätigkeit des Verpflegungsdienstes.
Wirtschaftsgebäude
Überraschung
Schichteinweisung
Zeitplan
Kartoffelschälkommando
Wechsel des Regimentskommandeurs
Die Speisenplanung
Freigabe des Speisenangebotes
Schwerer Weg bei Veränderungen
Reale Sicherstellung zur Truppenübung
Noch einmal zur Essenprobe!
Gefechtsbefehl
Manövertreffen
1.März, Tag der NVA
Tägliche Arbeiten
Übergabe der Kaserne.
Tägliche Arbeiten
Monatsabschluss
Lebensmittelversorgungsplan
Vorbereitung der Technik auf die neue Nutzungsperiode
Essenausgabe
Bestandsaufnahme materieller Mittel
Vereidigung
Episode



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09.02.2017 20:41
#4
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Bis zum Abschluss des Jahresberichtes versah ich meinen Dienst weiter im FR 4.

Nach Abschluss des Studiums an der OHS, wurde als Oberoffizier für Verpflegung ein Leutnant zum Flak-Regiment 4 versetzten. Meine Aufgabe bestand darin in seine Aufgaben einzuarbeiten und den Jahresabschluss gemeinsam zu erarbeiten.

Während dieser Zeit wurden im MSR 24, eine zweitägige Stabsdienstausbildung und eine Kommandostabsübung durchgeführt. An diesen nahm ich teil, um mich mit den belangen des Regiments vertraut zu machen. Es war sehr angenehm wie ich im Kreis der Rückwärtigen Dienste aufgenommen wurde, aber ebenso von den Angehörigen des Regimentsstabes.

Obwohl mir die Mot.-Schützen nicht unbekannt waren, wurde ich schon überrascht von der Dynamik, Vielfältigkeit, Umfang bei der Entschlussfassung und Ablauf der Übung. Kein Vergleich zu den bisherigen Truppenteilen, dort war nur eine Waffengattung vertreten. Eben eine andere Dimension, mit den Besonderheiten in einem Mot. Schützen-Regiment.
Mein Regimentskommandeur sagte immer, außer U-Booten und Flugzeugen haben wir alles im Regiment. Um annähernd die Größe des Regimentes zu vermitteln, erwähne ich einen Teil der Marschberechnung. Beim verlassen des letzten Fahrzeuges aus der Kaserne vom Steiger in Erfurt, befand sich das erste Fahrzeug der Marschkolonne kurz vor Jena.



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09.02.2017 20:42
#5
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Dienstantritt

Am 20. Januar 1975 trat ich meinen Dienst im MSR 24, als Oberoffizier für Verpflegung an. Da ich hier die zentralen Kochlehrgänge der Division durchgeführt habe, war mir der Verpflegungsdienst ausreichend bekannt. Der Unterschied zu meinen früheren Dienststellen war, der Leistungsstand des Fachdienstes. Bisher hatte ich immer Fachdienste übernommen, welche nicht zu den Besten gehörten. Das MSR 24 belegte bei Auswertungen des Fachdienstes, hinter meinen bisherigen Truppenteil den zweiten Platz. Auf Grund der bedeutend, unterschiedlichen Größe beider Regimenter eine beachtliche Leistung. Meine Aufgabe sah ich darin, dies zu stabilisieren und weiter zu festigen. Mit einiger Kraftanstrengung wurden wir zum Jahresende bester Fachdienst der Division und sind dies bis zu meiner Versetzung aus dem Regiment auch geblieben.

Bevor ich mich bei meinem direkten Vorgesetzten, dem Stellvertreter für Rückwärtige Dienste und dem Regimentskommandeur zum Dienstantritt meldete, war mein erste Tätigkeit meine roten Schulterstücke auf der Uniform, gegen weiße auszutauschen. Bisher Trug ich die grüne und rote Farbe meiner bisherigen Waffengattungen, von denen ich mich ungern trennen musste. Da mir die Eigenheiten der Kommandeure geläufig waren, wollte ich einer Aufforderung vorbeugen. Beim Regimentskommandeur wurde dies wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Da ich mit dem Fachdienst vertraut war, sah ich meine Haupthufgabe die Einheiten des Regiments kennen zu lernen und wo ihr Unterkunftsblock sich befindet. Aber vor allem die Stabschefs und Hauptfeldwebel schnell kennen zu lernen. Da benötigte ich schon einige Zeit.



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09.02.2017 20:43
#6
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Regimentsübung

Ende März fand die Regimentsübung satt. Befohlen wurde die Verlegung im Landmarsch, zum Truppenübungsplatz Nochten. Im Raum südöstlich von Weisswasser, Pechern, Podrosche, war der befohlenen Konzentrierungsraum zu beziehen. Auf dem Weg zu meinem Fahrzeug, rief mich der StKRD und ich erhielt einen neuen Befehl. Der Kommandeur hatte befohlen, das ein Offizier der Rückwärtigen Dienste, an der Marschstraße in Bad Liebenwerda den Kommandantenabschnitt zu besetzen hat. Zur Aufgabenstellung war keine Zeit mehr, du wirst das schon machen waren seine Worte. Wo der genaue Punkt ist, musst du vor Ort selbst entscheiden. Der UAZ steht schon vor dem Stabsgebäude, sehe dass du los kommst, für die Vorausabteilung des Regimentes ist gleich Marschbeginn. Nehme noch zwei Offizier der Rückwärtigen Dienste mit. Als ich zum Fahrzeug kam stellte ich mit Erleichterung fest, es waren zwei Majore, aus dem Bereich Bewaffnung und Munition (die waren zu diesem Zeitpunkt den Rückwärtigen Diensten zugeordnet). Für mich war klar, der mit dem höchsten Dienstgrad sitz vorn, als Fahrzeugverantwortlicher. Da hätte ich es mir hinten im Fahrzeug bequem machen können. Vom StKRD bist du als Verantwortlicher befohlen, nehme ruhig vorne Platz. Der Grund wurde mir kurz nach Beginn der Fahrt klar, als von Beiden das Schnarchen zu vernehmen war. In der Ortschaft in Bad Liebenwerda fand ich eine Hofeinfahrt, an der Marschstraße und wir bezogen dort Stellung. Da noch Zeit war nutzten wir diese um kurz zu Ruhen.

Nach einiger Zeit hörte ich das Motorengeräusch eines UAZ der vorbeifuhr, jedoch wendete als er mich sah. In der Ferne war bereits das Geräusch der Marschkolonne zu vernehmen. Als der UAZ hielt, stieg Oberst Sylla, der Stellvertreter des Divisionskommandeurs, der 4.MSD für Ausbildung aus. Er war in unserer Division für seine Korrektheit bekannt, wenn umher geeiert wurde, konnte er recht unangenehm werden. Ich erstatte ihm Meldung, als Verantwortlicher des Kommandantenabschnittes. Seine Frage, wann soll die Vorausabteilung passieren. Da kam ich in Not, nun fehlten mir die erforderlichen Angaben. Kurz vorher hatte ich auf die Uhr gesehen, als ich das Motorengeräusch der Kolonne wahrgenommen hatte. Nun schlug ich 15 Minuten dazu. Im Interesse des Regimentes meldete ich ihn tiefster Überzeugung diese Zeit. Seine Bemerkung, dann sind sie pünktlich, erleichtert nahm ich zur Kenntnis, dass er seine Fahrt fortsetzte. Kurz Zeit später traf das erste Fahrzeug der Kolonne, mit dem Regimentskommandeur ein.
Nachdem das Regiment passiert hatte führen wir in den befohlenen Raum Die Rückwärtige Führungsgruppe war bei Klein Priebus untergezogen.

Entfalteter Arbeitspunkt der Rückwärtigen Führungsgruppe



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09.02.2017 20:43
#7
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Nochten

Ständig war ein Offizier der Rückwärtigen Dienste bei den Einheiten, um sich vom Stand der Rückwärtigen Sicherstellung zu überzeugen. Oder Zuführungen Materieller Mittel abzustimmen. Obwohl ich mit Topgrafischen Karten gut zu Recht kam, waren sie hier nicht dienlich. Auf diesen Platz stimmten meist nur die Haupttrassen. In der Dunkelheit sämtliche Einheiten zu finden war problematisch. Der beste Orientierungspunkt war in all den Jahren die Schornsteine, des Kraftwerkes Boxberg.

Aus meiner Dienstzeit im AR 16 in Prora kannte ich sämtliche TÜ im Norden. Ob das die TÜ Jägerbrück, Lübtheen, Klietzer oder Wittstock waren. Auch ohne Karte fand ich mich dort zurecht. Um mich hier ebenso zu Recht zu finden, dazu brachte ich schon einige Truppenübungen. Ähnliche „Überraschungen“ dieser Art gab es nur noch auf den TÜ Letzlinger Heide oder Königsbrück.

Bei klirrender Kälte und Vollmond hatte ich die Aufgabe auf dem Gefechtsstand des Regimentes, den Zustandbericht zu überbringen. Dieser hatte in Tschelln Stellung bezogen. Der Ort war zur Förderung von Braunkohle geräumt, teilweise abgebrochen, aus offenen Fenstern wehten noch Gardinen. Diesen Anblick habe ich nicht vergessen. Dazu das nicht aufhörende, quietschen der Förderbänder der Abraumbagger.

Das Hauptproblem bei sämtlichen Truppenübungen war die reale Versorgung der Einheiten mit Trinkwasser. Zuweisung der Wasserentnahmestellen oder die Zuführung mit dem Trinkwasserwagen G5. Der Kraftfahrer war ständig im Einsatz. Dies verbesserte sich erst mit der Zuführung des Trinkwasserwagen URAL.

Bei der Kartenarbeit.



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09.02.2017 20:44
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Das Wirtschaftsgebäude

In der Zeit der Durchführung des Heranbildungslehrganges für Truppenköche des I. Diensthalbjahres, hatte ich die Verpflegungsbasis gut kennen gelernt. Mein Eindruck war in allen Fragen positiv geprägt. So ging es auch sämtlichen Besuchern in den vielen Jahren.

Nach einigen Monaten kam ich, nachdem ich die Arbeitsabläufe analysiert hatte, zu einer nicht ganz so guten Bewertung. Die Basis war so großzügig ausgelegt, das die notwendigen Wartungs- und Pflegearbeiten einen sehr großen, umfangreichen Zeitaufwand bedurften.
Hier waren Architekten unter der Leitung der Unterkunftsabteilung Erfurt tätig gewesen, die wussten wie gut ein Schnitzel schmeckt, wenn es richtig serviert wird, aber nicht die notwendige Erfahrung über dessen Zubereitung kannten. So konnten sie sich frei entfalten und brauchten keine Rücksicht auf optimale Transportwege nehmen. Einhalt wurde ihnen nicht geboten. Hauptaufgabe war es die vorhandenen Speisesäle, in der Höhe an das neue Gebäude anzupassen. Das hierfür verwendete Baumaterial wäre ausreichend gewesen, für eine neue Basis mit neuen Speisesälen. So befand sich in der II. Etage eine gleich große Küche, die nur bei Sondermaßnahmen genutzt wurde. Auf einer Länge von ca. 50 Metern reihte sich eine Vielzahl von Vorbereitungsräumen aneinander. In Nutzung war nur der Fleischverarbeitungsraum. Das Gemüse wurde in der Schälküche küchenfertig vorgearbeitete. Die Vorbereitungsfläche in der Truppenküche war ausreichend. Die Kühlhäuser befanden sich direkt unter der Spülküche. Die erforderliche Sperrung hielt fünf Jahre. Danach war das Wasser in Teilen der Kühlräume durchgedrungen und diese müssten saniert werden.

Dies könnte ich weiter fortsetzen, wir lebten mit der Truppenküche trotzdem recht gut. Bei jeder Kontrolle erhielten wir ein Lob, über unsere vorbildliche Truppenküche. Die aufwendige Arbeit die für die Truppenköche und Küchendienste dabei täglich angefallen ist, wollte keiner sehen.

Oberfeldwebel „Jule“ König, langjähriger Verpflegungsgruppenführer des Panzerbataillons. Hier im Gespräch am Ausgabeschalter der Berufsunteroffizier, Fähnriche und Zivilbeschäftigten.
Laut Stellenplan war dies nur eine Unteroffiziersstelle. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war er der Dienstgradhöchste auf einer Planstelle eines Verpflegungsgruppenführers. Wie war das möglich? Bei einen Truppenbesuch des Chef Mil. Bez. Generalmajor Ernst, wurde dies in die Wege „geleitet“. Beide hatten gemeinsam in der HVA ihren Dienst begonnen. Als der Generalmajor Unteroffizier König erblickte, wurden alte Erinnerungen ausgetauscht. Im späteren Gespräch mit dem Regimentskommandeur wurde darauf verwiesen, für so Alte Kameraden, muss es doch einen Weg geben. Den gab es dann auch!



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09.02.2017 20:45
#9
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Zuordnung der Bereiche im Wirtschaftsgebäude

1 Anlieferung und Zugang über die Rampe
2 Kartoffel- und Gemüseputzraum
3 Vorbereitungsräume welche sich über die gesamte Front erstreckten
4 Sanitärtrakt, Armeeangehörige und Zivilbeschäftigte des Verpflegungsdienstes
5. Verpflegungsstelle. Anschließend Speisesaal für Berufsoffiziere. (Auf der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes Speisesaal für
Berufsunteroffiziere, Fähnriche und Zivilbeschäftigte)
Führungsspeisesaal.
Am anderen Ende des Bocks Speisesaal für Unteroffiziere auf Zeit.
6 Gästetoiletten
7 Sanitärtrakte der Verpflegungsangehörigen im Unterkunftsbereich.
8.Fernsehraum und Club der zentral untergebrachten Truppenköche und Unteroffiziere.
9. Unterkunftsbereich
11. Leergutraum

Bearbeitet von orlow am Donnerstag, 06.Januar 2011, 16:44 Uhr

Angefügtes Bild



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09.02.2017 20:45
#10
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Analyse des Standes der Tätigkeit des Verpflegungsdienstes.

In einem Truppenteil die Arbeit aufzunehmen der zu den Besten der Division gehörte ist nicht einfach. Von sämtlichen Angehörigen des Verpflegungsdienstes, Hauptfeldwebeln, Stabschefs der Bataillone, Bataillonskommandeuren, Einheitskommandeuren und vom Regimentsstab wurde ich beobachtet. Ebenso knüpfte der Regimentskommandeur bestimmte Erwartungen daran, dass die Verpflegungsversorgung weiter verbessert wird. Für mich eine nicht ganz einfache Situation, nur keinen Fehler machen. Jeder Schritt musste gut durchdacht werden. „Eintagsfliegen“ waren genauso unerwünscht!

Am meisten störte mich die Ausgabe des Frühstücks und des Abendbrotes. In einer großen Palette aus Plaste lag die portionierte Wurst und Butter, für die ganze Einheit. Die Tischdienste empfingen diese und teilten dies für jeden Essenteilnehmer auf Tellern aus. So etwas gehörte eigentlich der Vergangenheit an. Auf Grund der Größe des Truppenteils musste die Veränderung gut durchdacht werden. Als zweckmäßig kam die Anfertigung einer „Platte“ für den gesamten Tisch in Betracht. An jeden Tisch hatten 6 Essenteilnehmer Platz. Um dies umzusetzen beriet ich mich mit den Hauptfeldwebeln bei der nächsten Dienstversammlung. Da die Anzahl der Essenteilnehmer in den seltensten Fällen durch 6 teilbar war, schlug ich vor auf der letzten „Platte“ die restlichen Portionen anzurichten. Dies setzte voraus, dass nicht jeder seinen ständigen Platz einnehmen konnte, sondern die Tische immer voll besetzt werden mussten. Diese Hürde war genommen.

Für die gekühlte Lagerung kamen dafür nur Servierwagen in Frage. Diese baute unsere Instandsetzungskompanie kurzfristig um. Bei allen Truppenteilen und im Divisionsverpflegungslager sammelte ich die benötiget 300 „Platten“ ein.

Die Köche stöhnten schon über die Mehrarbeit. Bisher musste bei der Gewichtskontrolle (gewogen wurden immer 10 Portionen) der Wurst diese immer stimmen. Nun gab es nicht nur zwei Sorten Wurst, auf jeder Platte musste die Grammzahl für 6 Essenteilnehmer stimmen. Die Einführung wurde ein voller Erfolg.



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09.02.2017 20:46
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Wirtschaftsgebäude

Eigentlich wollte ich das Foto vom „Schleifen“ des Wirtschaftsgebäudes nicht einstellen. Nach 7 Jahren Dienstzeit ist der Anblick schon schmerzlich. Als Verpflegungsbasis in der heutigen Zeit, schon aus Sicht der Personalkosten nicht funktionsfähig. Die Hälfte der oberen Etage war für die Be-und Entlüftungstechnik in Nutzung.

Zuordnung der Bereiche des Wirtschaftsgebäudes. (Sicht von der Regimentsstraße)

1. Kartoffellager.
Einlagerung von ca. 250to Kartoffeln in Paletten. Zugang hinter dem Container

2. Zubereitungsraum Kaltverpflegung

3.Kesselgruppe 300l Speisekochkessel

4. Geschirrspüle Speissaal Berufssoldaten

5. Speisesaal für Berufsunteroffiziere, Fähnriche und Zivilbeschäftigte)

6. Be-und Entlüftungstechnik

8. Ausgabezone für Soldaten



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09.02.2017 20:47
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Überraschung

Anfang Juli 1975 erfolgte eine Alarmierung. Das war nichts Außergewöhnliches. Auf den Weg zur Dienststelle hielt der damalige Stabschef des I. MSB, Major Leistner an und nahm mich mit seinen Wartburg zur Dienststelle. Wir unterhielten uns was „sie“ wohl heute wieder mit uns machen. Bei der Ankunft auf dem Steiger, erahnten wir es war keine normale Alarmierung. Das Regiment rollte bereits in die Konzentrierungsräume. Solche „Aktionen“ sickerten immer vorher durch. Mit dem Trinkwasserwagen G5, der an der Küche Wasser betankte fuhr ich in den Konzentrierungsraum der Rückwärtigen Dienste. Das Schlussfahrzeug stand hinter der ersten Kurve von der Gaststätte „Marienthal“, die Rückwärtige Führungsgruppe entfaltete 500 Meter vor der Ortseinfahrt Molsdorf.

Mit Eintreffen des StKRD vom Gefechtsstand, setzte emsige Tätigkeit ein. Die Dokumentation der Rückwärtigen Sicherstellung für den Entschluss des Regimentskommandeurs musste erarbeitet werden. Geplant wurde die Verlegung des Regimentes im Landmarsch zum Truppenübungsplatz nach Nochten. Nachdem der StKRD zur Entschlussmeldung des Regimentskommandeurs zum Gefechtsstand nach Thörey gefahren war, setzte „Ruhe“ ein.

Im Straßengraben lag ich mit dem Oberoffizier für Munition und wir überlegten wie die Maßnahme wohl weiter geht. Eine solche Maßnahme war ohne entsprechende Rückwärtige Sicherstellung, so ohne weiteres nicht möglich.
In zwei Tagen wollte ich mit meiner Familie nach Rügen in Jahresurlaub fahren. Das war in großer Gefahr. Da näherte sich der Oberoffizier für Treib und Schmierstoffe Hauptmann Gl., der auf „Blödeleien“ schnell ansprang. Auf die Frage, ob der Treibstoff seines Truppenvorrates für den Marsch ausreichend sei, rechnete er schnell nach. Dann flocht der Munitioner ein, was das für Geld kostet, das Regiment soll in Nochten den im Regiment mitgeführten Kampfsatz sämtlicher Gefechtstechnik verschießen. Es soll überprüft werden wie lange das Regiment dazu braucht. In der Zeit, wo ihr in Nochten seid soll ich die Zuführung der verschossenen Gefechtsmunition im Marbach zugeführt bekommen.

Der StKRD kam in erhöhter Geschwindigkeit angefahren. Um 05.30 Uhr beginnt die Verlegung nach Nochten. Der Kompaniechef der Transportkompanie befahl das Antreten zum Verlesen des Marschbefehls. Ich erhielt den Befehl die Kolonne zuführen und zum TS Offizier sagte er, du fährst mit einen Ural vorneweg und bereitest im befohlenen Raum zum schnellen Unterziehen vor. Seh' dass du vor der Verlegung des Gefechtsstandes weg bist. Der StKRD führ mit seinen Funk-UAZ wieder zum Gefechtsstand. Pünktlich begann ich die Bewegung. Am Einfädelungsabschnitt war der Gefechtsstand schon nicht mehr zu sehen. In Ichtershausen am Nadelwerk sah ich eine große Anzahl von Kontrolloffizieren stehen. Vom Regimentskommandeur erhielt ich den Befehl, alles beendet, auf der Marschstraße zurück in die Kaserne.

Nach geraumer Zeit, kam der StKRD auf mich zu, ob ich den TS Offizier gesehen habe. Der war auf dem Weg nach Nochten, am Ortsausgang Molsdorf war er mit dem URAL die Böschung zur Autobahn hochgefahren. Nun stellte sich heraus, er war mit dem URAL der Handgranaten geladen hatte unterwegs. Am Nachmittag wurde Amtshilfe gestellt und Hubschrauber der VP und Luftstreitkräfte flogen die Fahrstrecke ab. Ohne eine Spur zu finden. Mit einbrechen der Dunkelheit wurde die Suche abgebrochen. Im Morgengrauen fand ihn eine VP Streife genau an den befohlenen Ort.



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09.02.2017 20:47
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Schichteinweisung

Die Arbeit in der Truppenküche erfolgt auf der Grundlage der Küchenwirtschaftsordnung. Auf dieser Grundlage führt der Leiter der Küche die tägliche Schichteinweisung durch. In der Regel gehörten 2 Verpflegungsgruppenführer zu einer Schicht. Der am besten befähigte Unteroffizier wurde als Schichtleiter eingesetzt. Entsprechend der Diensthalbjahre und der fachlichen Befähigung, waren die Truppenköche zugeordnet. Mit der Schichteinweisung um 12.00 Uhr begann die Schicht. Zur Ausgabe des Mittagessens waren beide Schichten zur Essenausgabe im Einsatz. Die Frühschicht welche das Mittagessen zubereitet hatte beendete den Dienst mit der Übergabe, nachdem die Truppenküche gereinigt war.
Inhalt der Schichteinweisung erfolgte auf der Grundlage des Speisenplanes, der Verpflegungsstärke und den Besonderheiten. Der Koch vom Dienst wurde ebenfalls in seine Arbeiten eingewiesen.

Von den Verpflegungsgruppenführen war umfangreiches fachliches Wissen, aber ebenso die Durchsetzung der militärischen Ordnung gefordert. Während meiner Dienstzeit im Regiment konnte ich mich auf meine Unteroffiziere immer verlassen.

Ähnliche Durchsetzung von den UvD der Einheiten, bei der Esseneinnahme der Armeeangehörigen in den Speisesälen, wurde oft von den Verpflegungsgruppenführen bemängelt. Eine bedeutend leichtere Aufgabe, da diese ja nur die befohlene Ordnung zu gewährleisten hatten



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09.02.2017 20:47
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Zeitplan

Auf Grund der Größe des Wirtschaftstruppenteiles war ein konkreter Zeitplan erforderlich. In der Vergangenheit kam es vor, dass öfters etwas in Vergessenheit geraten ist. Oder man sich auf den Anderen verlassen hat. Viele Köche verderben den „Brei“, besagt ein altes Sprichwort. Das trifft nicht nur auf die Köche zu!

In jeder Schicht waren 3 Unteroffiziere und 11 Truppenköche. Das mag aus heutiger Sicht viel erscheinen, es muss aber bedacht werden alles war selbst Vor- und Zubereitet. Vorgefertigte Halbfertigprodukte gab es nicht.

Im Regiment gab es 35 Einheiten. (Für die die nachrechnen, ja ein Verpflegungsstärkebuch reichte nicht aus) Neben der „normalen“ Ausbildung, Komplexausbildung, Fahrübungen, Schießen um nur einige zu nennen. Da wurde neben den befohlenen Essenzeiten, viele Zeiten durch die Ausbildung geändert.

Aus diesem Grund wurde der Zeitplan für alle Truppenköche verbindlich eingerichtet. Alle bisherigen Varianten wurden als nicht Zweckmäßig verworfen. Jeder Truppenkoch muss die Möglichkeit haben, bei Bedarf sich ständig zu informieren zu können.

Je genauer er Zeitplan erstellt wurde, je weniger „Überraschungen“ traten ein. Bevor die Truppenköche eingewiesen wurden erfolgte mit dem Schichtleiter und seinem Stellvertreter, die genaue Abstimmung.



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09.02.2017 20:48
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Kartoffelschälkommando

Gegenüber vom Kartoffel- und Gemüseputzraum befand ich das Kartoffellager. Hier wurde die gesamte Menge an Speisekartoffeln bis zur neuen Ernte in Paletten eingelagert.

Das Kartoffelschälen ist nur noch den Armeeangehörigen bekannt, die vor 1978 gedient haben. Selbst ich denke an diese Zeit nicht gerne zurück. Die bewährten Kartoffelschälmaschinen mit runden Reibringen (ähnlich wie Kartoffelreiben) wurden nicht mehr hergestellt. Trotz einer Reserve an Ersatzringen, viel das Gerät oft aus. Der gute „Draht“ zur Instandsetzungskompanie sorgte immer für schnelle Hilfe. Einer der Küchendienste hatte den ganzen Tag zu tun, um die Kartoffeln vorzuschälen. Das Schälkommando brauchte „nur“ noch die Augen ausstechen und nachschälen.

Die neuen Kartoffelschälmaschinen hatten einen festen Ring aus Schmirgelstein. Die hohe Geschwindigkeit und schlagen der Kartoffeln, ließen diese oft am folgenden Tag blau anlaufen. Am Abend vorher, wurden die Kartoffeln für den nächsten Tag geschält. Bei Ausfall der Schälmaschine, mussten die Kartoffeln mit dem Messer geschält werden. Von dem ausgegeben Schälmessern fehlte nach getaner Arbeit die Hälfte. Da half auch kein vor Zählen bei der Übergabe.

Nach Dienstschluss rückte das Schälkommando (in der Regel 50 Armeeangehörige) der befohlenen Einheit an. In der Regel war diese Arbeit gegen 22.00 Uhr abgeschlossen. Es kam ebenso vor, das bis nach 24.00 Uhr geschält werden musste. Beendet wurde die Aufgabe mit der Erfüllung der festgelegten Menge geschälter Kartoffeln. Dazu war es erforderlich, das der OvD die Verkürzung der Nachtruhe befehlen musste.

Je näher der Zeitraum zu Ernte der ersten Frühkartoffeln kam, um so starker verbreitete sich der unangenehme Geruch der alten Kartoffeln. Das Schälen wurde damit immer aufwendiger.
Oft dachte ich dabei an meine Soldatenzeit zurück. Im gesamten Standort in Prora war in den einzelnen Regimentern festgelegt, das jeder Armeeangehörige 0.50 DM von seinen Dienstbezügen abgezogen bekam. Von diesem Geld wurden vier Zivilbeschäftigte zum Schälen bezahl. Mit Einführung der Wehrpflicht wurde es verboten Geld dafür abzuziehen. Ich glaube jeder hätte 5 DM gegeben, wenn ihm diese Arbeit erspart geblieben wäre.



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09.02.2017 20:49
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Wechsel des Regimentskommandeurs

Mit der Beendigung des Ausbildungsjahres wurde Oberst Neugebauer versetzt. Obwohl er keine Zugeständnisse oder Abstriche bei der Ausbildung duldete, bedauerten seinen Weggang, die meisten Regimentsanghörigen. Das Regiment übernahm sein Stellvertreter des Kommandeurs und Stabschef, Major Möwes. Zu beiden Kommandeuren hatte ich ein sehr gutes Verhältnis. In jeder Woche waren sie mehrfach in den Speisesälen der Soldaten. So dass ich meine Probleme, die es bei der Verpflegungsversorgung gab, immer anbringen durfte und auf ein offene Ohren gestoßen bin.

Regimentskommandeur Major Möwes



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09.02.2017 20:49
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Die Speisenplanung

Die Spesenplanung erfolgte auf der Grundlage der Materiellen und finanziellen Norm. Der Speisenplan wurde für jede Dekade aufgestellt. Jede Schicht hatte im Wechsel den Speisenplan im „Grundgerippe“ zu erarbeiten. Dieser wurde vom Leiter der Küche überarbeitet. Danach wurde der im Kollektiv Oberoffizier für Verpflegung, Lagerverwalter und Küchenleiter beraten. Bei Erstellung des Spesenplanes für die 1. Dekade informierte der Lagerverwalter, welche Lebensmittel im folgenden Monat mit verbraucht werden müssen, da die Haltbarkeitsgrenze erreicht wird.

Mehrfach wurde der Versuch unternommen, die Prüfungskommission mit einzubeziehen. Der Wille war auf beiden Seiten vorhanden. Aber auf Grund der fachlichen Voraussetzungen der Mitglieder der Prüfungskommission kam es eher zu einen „Wunschzettel“ der nicht den militärischen Forderungen entsprach.

Die Verpflegungsversorgung erfolgte entsprechend der 1. Änderung zur Ordnung über die Verpflegung in der NVA. Die Armeengehörigen im MSR 24 erhielten die Grundnorm 110, die seit dem 01.01.1974 gültig war. Der finanzielle Wert betrug 4,25 Mark.

Diese Norm sah folgenden Einsatzmengen je Armeeangehörigen pro Tag vor: Fleisch, Wurst, Wurst- und Fleischwaren 220 g, Butter 50 g, Fette 30 g, Entrahmte Frischmilch 100 g, Vollmilch 200 g, Eier 20 g, Obst 150 g, Gemüse 300 g, Kartoffeln 1000 g, Brot, Weißbrot, Gebäck 500 g.

Nach der Aufstellung hatte der Medizinische Dienst die Kalorienberechnung vorzunehmen. Nachdem der Speisenplan mit Schreibmaschine geschrieben war unterschrieben der Leiter der Küche, Oberoffizier für Verpflegung, Regimentsarzt, Stellvertreter für Rückwärtige Dienste. Durch den Regimentskommandeur erfolgte die Bestätigung. Damit war der Speisenplan Befehl des Kommandeurs.

Bevor die Schalter mit den Speisen befahren wurden, erfolgte die Verkostung und Bewertung durch den Leiter der Küche. Jeder Koch stellte seine zubereitete Speise Speisenkomponente vor.



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09.02.2017 20:50
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Freigabe des Speisenangebotes

Vor jeder Essenausgabe, wurde durch den Medizinischen Dienst die Essenprobe entnommen und in einem verschlossenen Probenschrank aufbewahrt. Ohne schriftliche Freigabe erfolgte keine Ausgabe des Speisenangebotes. In wenigen Fällen, wurde dies auch vom Medizinischen Dienst vergessen. Durch anrufen des Kochs vom Dienst kam dann ein Beauftragter im Laufschritt zur Probenentnahme.

Hier ein Feldscher bei der Kontrolle der Wurst. Da durch den Medizinischen Dienst die Berechnung der Kalorien vorgenommen wurde, erfolgte ebenso eine die Gewichtskontrolle. Ob diese bei der Portionierung der Vorgabe des Speisenplanes entsprach.



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09.02.2017 20:50
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Schwerer Weg bei Veränderungen

Nachdem ich mich mit den Ablauf des Küchenbetriebes vertraut gemacht habe stellte ich fest, dass einige Änderungen dringend notwendig waren.

In keinem der bisherigen Truppenteile in denen ich gedient habe, gab es eine derartig hohe Dynamik und Vielseitigkeit bei der Ausbildung. In fast jeder Nacht waren Armeeangehörige zur Ausbildung auf dem „Drosselberg“. Die Abendverpflegung hatten sie meist schon um 19.00 Uhr erhalten. Die Ausbildung bei Wind und Wetter war schon anstrengend. Hinzu kamen die Geländebedingungen. zäher Lehmboden, nicht zu vergleichen mit dem Ausbildungsgelände in Prora den Buhlitz- oder Tribberatzerberge. Dort fiel der Sand schon auf dem Marsch in die Kaserne von der Bekleidung- und Ausrüstung.

So machte ich dem Kommandeur den Vorschlag für die Einheiten die zur Nachtausbildung waren, in der Nacht eine „Mahlzeit“ auszugeben. Zum Einsatz kamen die nicht ausgegebenen Lebensmittel. Die übrig geblieben Lebensmitteln von der Esseneinnahme der Soldaten die zum Ausgang und denen die sich um die Esseneinnahme drückten, war dazu ausreichend.

Da die Abholung zur Nachtzeit erfolgte und nicht genau festzulegen war, entschloss ich mich einen Nachtkoch einzusetzen. Das bedeutete für die Truppenköche zusätzliche Arbeit. Schnell bewährte sich der Einsatz. Da Speisen grundsätzlich nur am Ausgabetag zubereitet werden durften, war das Ansetzen der Grundsoßen eine seiner Arbeiten. Sowie viele Vorbereitungsarbeiten Gemüse usw. Aber auch die Vorbereitung der Schalter für das Frühstück. Oder die Annahme der Lieferungen die nachts erfolgten. Bald merkten die Köche dass dies eine sinnvolle Entlastung bedeutete. Als kleine „Anerkennung“ war nach der Frühstücksausgabe, im Fall des Urlaubs konnte er diesen danach antreten.

Mit der Einführung wurde oft Klage geführt von den Köchen, dass die Einheiten das Essen nicht abgeholt haben. Im Nachhinein nützte das keinem. Im Planungs- und Informationszentrum holte ich mir die Einheiten die Nachtausbildung hatten. Oder ich schrieb mir diese bei der Monatsplanung gleich auf.

An den Tag der Nachtausbildung bestellte ich den Offizier für Rückwärtige Sicherstellung des Bataillons, oder von den selbstständigen Einheiten den Hauptfeldwebel zu mir. Von diesen ließ ich mir dann die Sicherstellung in der Nacht vortragen. Mit etwas Mühe verbunden, aber es setzte sich durch.



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09.02.2017 20:51
#20
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Reale Sicherstellung zur Truppenübung

Bei Truppenübungen traten immer einige Probleme bei der Sicherstellung mit Verpflegung auf. Das im Besonderen, sobald die Truppenübungen über 6 Tage dauerten. Die Hautproblematik lag in der Bevorratung und Lagerung der Frischprodukte. Die vertragliche Bindung von diesen Lebensmitteln durch die Liefer- und Leistungsverordnung war zwar möglich, jedoch mit einigen Problemen behaftet. Diese Verträge mussten rechtzeitig mit dem Lieferanten vor Ort abgeschlossen werden. Die Dynamik der Truppenübung war jedoch von den Schiedsrichtern abhängig. Also war der genaue Ort nicht immer vorher genau festzulegen.

In der Regimentsstruktur befand sich nur ein Kühlhänger im Bestand der Transportkompanie. Der war dem Regimentsverpflegungslager zugeordnet.

Möglich gewesen wäre eine Bereitstellung von lagerfähigen Lebensmitteln und Konserven. Die vorhandenen Schnellgerichte waren dazu ausgezeichnet geeignet und in guter Qualität. Wer möchte aber über einige Tage nur mit Eintöpfen verpflegt werden? Oder war überhaupt Zeit vorhanden, in den Bataillonen noch Kartoffeln zu schälen?
Oft nutzten wir die Möglichkeit, z.B. bei den Gulasch-Verpflegungskomplekten diese zu trennen. Dann haben die Essenteilnehmer in den seltensten Fällen bemerkt, dass es Verpflegungskomplekte zum Mittagessen gegeben hat. Zum Frühstück und Abendbrot wurde dazu Frischprodukte ausgegeben.

Um hier nur einige Fragen der Problematik zu nennen entschloss ich mich, für vier Tage frische Lebensmittel über fast 400 km von Erfurt an die Polnisch Grenze zuführen zu lassen. In erster Linie Frischfleisch und Wurst, geschälte Kartoffeln Brot und weitere Lebensmittel. Insgesamt über 10 to. Im Rahmen der Übung wurde ein realer Übergabepunkt befohlen. Festgelegt war der Übergabepunkt an der Priebuser-Spinne. Nördlich von Rothenburg. Den ständigen“ Besuchern“ von Nochten besten bekannt.

Vor der Zeit begab ich mich zum ÜP. und wartete. Was wird wenn das Fahrzeug nicht pünktlich eintrifft, oder eine Panne hat? Auf meinen Lagerverwalter war wie immer verlass. Mit dem Arbeitskommando richteten wir den ÜP ein und stellten die Lebensmittel für sämtliche Einheiten, zur Übernahme bereit. Alles lief planmäßig zur vollen Zufriedenheit ab.

Bei dem Leitenden der Truppenübung hatte dies zuerst Stirnrunzeln hervorgerufen. Im Endergebnis wurden nachgewiesen dass noch Kilometer eingespart wurden. Ansonsten hätte jeder Verpflegungsstelle selbst die Lieferbetriebe anfahren müssen. Diese Form der realen Zuführung wurde als beispielhaft gewürdigt und als verallgemeinerungswürdig eingeschätzt.



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