Die Löberfeld-Kaserne in Erfurt 1952 bis 1990

25.09.2016 18:33
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Vorwort
Die Löberfeld- Kaserne ist eine der traditionsreichen Kasernen Erfurter Militärgeschichte.

Als „Wilhelm-Liebknecht-Kaserne“ diente die Anlage der Unterbringung des Stabes der 4. Mot.-Schützen Division und einigen Stabseinheiten.

Unter solch erfahrenen Kommandeuren, wie u.a. den Generälen Goldbach,Seefeld und Leistner, wurden die Truppenteile und Einheiten der Division militärisch professionell, mit hoher Führungskompetenz zur Sicherung der Friedensmission der Armee geführt.

Vor allem in der Zeit der politischen „Wende“ 1989/1990 hat der Kommandeur B. Leistner und sein Stab sehr verantwortungsbewusst einen großen Beitrag zum friedlichen Übergang in die Wiedervereinigung unseres Landes geleistet. Frühzeitig haben die Offiziere und Mannschaften der 4. MSD entschieden, auch in dieser brisanten politischen Phase an ihrer Friedensmission festzuhalten.

Die Sicherheit der Kasernen in Thüringen wurde gewährleistet und die Division stellte sich hinter das Volk.
Besonders bedeutungsvoll war der Führungsprozess zur Aufrechterhaltung der Versorgung von Krankenhäusern, Sozialeinrichtungen, des Handels und der Produktion in vielen Betrieben, in dieser politisch unruhigen Zeit. Die Löberfeld-Kaserne war somit ein wichtiger Standort zur Organisation der Versorgung in Thüringen von Ende 1989 bis Mitte 1990. Zeitweise waren bis zu 3000 Armeeangehörige und hunderte Transportfahrzeuge eingesetzt.

Mit einem denkwürdigen Apell am 02. Oktober 1990 verabschiedeten die Kommandeure der Truppenteile mit Fahnenkommandos den letzten Kommandeur der 4. Mot.-Schützendivision, Generalmajor Bernd Leistner.
Zum Abschluss von diesem, von Emotionen getragenen, militärischen Zeremoniell, wurden die Truppenfahne der Division eingezogen.
Damit endete die bisher längste militärgeschichtliche Phase dieser Kaserne.

Fast alle Offiziere und Berufssoldaten erfüllten ihre Aufgaben bis zu diesem Zeitpunkt verantwortungsvoll. Ihnen war in dieser Situation bewusst, dass sie sich beruflich und sozial mit ihren Familien neu finden müssen.
Das verdient noch heute hohe Anerkennung, welche danach und bis zum jetzigen Zeitpunkt ausgeblieben ist.

Nur wenige erlebten in Uniform die spätere Nutzung der Löberfeld-Kaserne als Stab der Heimatschutzbrigade 39 und Ende der 90er als Wehrbereichskommando II.

Der größte Teil ehemaliger Berufssoldaten und Offiziere verließen mit Wehmut aber in Würde das Militär. Sie stellten sich erfolgreich den neuen beruflichen Herausforderungen und die meisten können mit Stolz auf Ihre Arbeit in den Kasernen der NVA, auch in der „Löberfeld“ , zurückblicken.

Im Buch sehen sie viele interessante, historische Dokumente, welche Oberstleutnant a.D. Peter Schreiber aus dem Besitz ehemaliger Angehöriger der 4. MSD und anderer Personen zusammengefasst hat.

Vielen Dank für diese umfangreiche und einmalige Dokumentation.
Sie wird vielen eine Erinnerung an diese Zeit sein. Gleichzeitig hoffe ich, dass es
der Realität der Geschichte wieder zum Besseren hin hilft.



05.Juni .2016 Erich Mäder, Oberst a.D. der NVA
( Von 1985 bis 1990 stellvertretender Kommandeur der 4.MS|addpics|64u-2-ce86.jpg|/addpics|


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25.09.2016 21:49
#2
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Einfach Wahnsinn.
Orlow besten Dank für dieses Werk von dir. Starke Informationen, klasse Bilder. Habe das Buch "verschlungen", zumal ich ein Teil des Kasernenlebens selbst erlebt habe. Die Übungsbeschreibung, die persönlichen Beiträge sind Beachtenswert. Wir werden uns ja bestimmt am 7. sehen.



FuAB-21/NB-4/AB-4/MSR-24/OHS S08/Rentner

Jedes Ding hat drei Seiten: mein, deine und die der Tatsachen.


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26.09.2016 20:26 (zuletzt bearbeitet: 03.10.2016 18:42)
avatar  0bstihj
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Den Worten von User Oldmafri kann ich mich nur anschließen. Zwar kenne ich den Kasernenbereich nicht aus
eigenem Erleben. Meine Kind-und Jugendzeit habe ich aber auch dort in der Nähe erlebt.
Viel Interna aus dem Kasernenleben sowie Geschichte aus dem Kasernenleben wird beleuchtet. Das der Autor
Kenner der Materie ist, macht sich auf jeder Seite bemerkbar. Als Erfurter, der sich auch für die Erfurter Militärgeschichte interessiert,
ist das vorliegende Büchlein ein guter Begleiter, zumal alles Wissen hier aus berufenem Mund kommt.

Das Schmankerl,, eine persönliche Widmung vom Autor ist auch eingetragen.

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Gleichzeitig biete ich an die Bücher gegen Erstattung der Portokosten 2 x 2,55 € (Großbrief bis 1Kg)auszuleihen. Bei den heutigen Preisen muss man ja nicht
jedes Buch kaufen um es zu lesen. Wer also den Wunsch hat eines der Bücher zu lesen, kann sich gern per e-Mail melden.

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