Bekannte Militärangehörige, die in Erfurt ihr "Rüstzeug" erworben haben

03.10.2014 18:21
avatar  Arthur 00He ( gelöscht )
#1
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Arthur 00He ( gelöscht )

Ein Thema, was mich auch am Rande mit interessiert.
Welche späteren höheren und bekannten Angehörigen von Armeen (Preußische Armee, Reichswehr, Wehrmacht, KVP, NVA, BuWe) haben in Erfurt gedient und sich hier ihr militärisches "Rüstzeug" erworben?

Ich fange auch mal an mit der Preußenzeit. Hier fallen mir 3 spätere Generalfeldmarschälle ein.
1. Geisenau
2. Freiherr von Müffling, sein Grab befindet sich auch auch im Brühler Garten
3. von Blumenthal, er war Major, später Oberstleutmant der 1. Regimentskdr. des 1860 aufgestellten IR-71

Arthur


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03.10.2014 19:12
avatar  Arthur 00He ( gelöscht )
#2
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Arthur 00He ( gelöscht )

zur Reichswehr, also beim Reiter-Regiment 16 waren in Erfurt:
- Freiherr v. Boineburg, später Generalltn. und Kommandant von Paris
- Westphal, später Generalstabschef von Rommel in Afrika
- Müller-Hillebrandt, später 1. Chef des Personalamtes der BuWe unter Franz Joseph Strauß
- Graf Kielmannsegg, später NATO-Befehlshaber für Europa-Mitte

Arthur


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03.10.2014 19:13
avatar  0bstihj
#3
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Mitglied

@Arthur, ein sehr interessantes Thema. Zum Kontex kann ich im Moment nichts beitragen, will aber versuchen in den
nächsten Tagen ein Bild aus dem Brühler Garten vom Grab des Freiherrn von Müffling ( ich hoffe es gibt einen Gedenkstein)
hier einzustellen.

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Denkt daran, ein Lächeln kostet nichts, kann dafür aber umsomehr geben!

Bilder soweit nicht andere Ownerangabe erfolgt, sind aus meiner Kamera und damit mein Eigentum.
Eigene Bilder die ich hier im Forum eingestellt habe, gelten als frei und können weitergenutzt werden,
diese Freigabe gilt nicht für kommerzielle Zwecke!

Artikel scanne ich lieber ein und lade diese über ein Bildbearbeitungstool hoch. Eingestellte Links zu versch. Artikeln
sind nach einiger Zeit nicht mehr Verfügbar und so mancher Beitrag wird damit sinnfrei. Diese kleine Mühe für Nachhaltigkeit nehme ich dann gern auf mich.

Gleichzeitig biete ich an die Bücher gegen Erstattung der Portokosten 2 x 2,55 € (Großbrief bis 1Kg)auszuleihen. Bei den heutigen Preisen muss man ja nicht
jedes Buch kaufen um es zu lesen. Wer also den Wunsch hat eines der Bücher zu lesen, kann sich gern per e-Mail melden.

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03.10.2014 23:05
#4
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Administrator

Hier ein paar mir bekante aus dem Bereich NVA und VP die in Erfurt einTeil der militärischen Laufbahn absolviert haben.
GL Ernst, Hans --Polizei Erfurt, Kdr 4.MSD, Chef MBIII; Kdr OHS LaSK
GM Gotthilf, Leopold --Kdr. VP-Schule Erfurt, Kdr OHS LaSK
GM Leistner, Bernd --MSR-24 (ZF-Kdr), Kdr 4.MSD
GM Möwes, Georg --Kdr MSR-24, StK OHS LaSK, Kdr-Ausbilungszentrum-19
GM Schlothauer,Michael --Kdr MSR-24, Kdr 4.MSD
GM Seefeld, Artur --Kdr PzBat KVP-Diensst. Erfurt, Kdr 4.MSD


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04.10.2014 13:59
avatar  Arthur 00He ( gelöscht )
#5
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Arthur 00He ( gelöscht )

Es gibt nicht nur einen Grabstein im Brühler Garten, sondern ein großes Ehrengrab (hinten in der Ecke in der Nähe der Bühne) für den Freiherren von Müffling. 2001 saniert, aber leider immer wieder beschädigt.
Müffling selbst (1775-1851) diente im Preuß. Inf.-Reg. Nr. 59 v. Wartensleben. Später war er derjenige, der die moderne Militärtopographie einführte und wurde bis zum Generalfeldmarschall befördert. Für seine Verdinste bekam er das ehem. Gut Ringhofe bei Wandersleben von preußischen König geschenkt. Sein Wohnhaus stand in Erfurt in der Regierungsstr.

Arthur


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04.10.2014 14:02
avatar  Arthur 00He ( gelöscht )
#6
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Arthur 00He ( gelöscht )

Ein weiterer für mich interessanter Mann war General Bammler. Er spielte um der 17. Juni 1953 in Erfurt eine "gewisse Rolle", oder bewust oder unbewust eben keine Rolle. Dieses Thema hatte ich vor Jahren auch schon mal im NVA-Forum angesprochen.

Arthur


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04.10.2014 19:44
avatar  0bstihj
#7
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Mitglied

Erzähle mal bitte was zu Gen. Bammler, hört sich interessant an!

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Denkt daran, ein Lächeln kostet nichts, kann dafür aber umsomehr geben!

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04.10.2014 20:02
#8
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Mitglied

etwas ot. Frage an Arthur: genannter Westphal identisch mit Oberst Westphal, Kdr. Grenadierregiment 934 der 244.ID ? oder zumindest Verwandter. ersterer war wimre General der Kavallerie?
grz Feuerbulle

Es liegt in der menschlichen Natur, daß man von jeder Einrichtung die Dornen stärker empfindet als die Rosen.

Otto Eduard Leopold Fürst von Bismarck (1815 - 1898), preußisch-deutscher Staatsmann und 1. Reichskanzler

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04.10.2014 21:43 (zuletzt bearbeitet: 04.10.2014 21:51)
#9
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Administrator

Ich habe von Bamler, Rudolf etwas gefunden. bis 1950 in sowjet. Gefangenschaft. Dabei Mitglied NKFD. 1Jahr Ltr. Art.-Schule Eggesin. nach Reaktivierung 1952/53 Ltr SFL-Schule in Erfurt , Entlassung mit 57 Jahren im Dez 1953



Beförderungen

3. Oktober 1914 Fähnrich
31. Dezember 1914 Leutnant
18. Oktober 1918 Oberleutnant
1. November 1927 Hauptmann
1. April 1934 Major
1. August 1936 Oberstleutnant
1. März 1939 Oberst
1. April 1942 Generalmajor
1. Oktober 1943 Generalleutnant
1. Oktober 1952 Generalmajor der KVP

Zitat
Rudolf Karl Johannes Bamler (* 6. Mai 1896 in Osterburg (Altmark); † 13. März 1972 in Groß Glienicke, Kreis Nauen)
Wikipedia Auszug


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05.10.2014 10:04 (zuletzt bearbeitet: 05.10.2014 15:06)
avatar  Arthur 00He ( gelöscht )
#10
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Arthur 00He ( gelöscht )

Bamler hier: Rudolf Bamler (GM), Leiter der Schule für techn. Offiziere

ich hoffe, es kann jeder lesen.

Arthur

TST-Admin: Habe etwas geholfen bei der Darstellung.
Rudolf Bamler (GM), Leiter der Schule für techn. Offiziere
Das Thema werde ich als Konzentrat hier einstellen, sodas die für mich wichtigsten Informationen nachgelesen werden können.Unwichtiges habe ich ausgelassen.


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05.10.2014 10:11
avatar  Arthur 00He ( gelöscht )
#11
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Arthur 00He ( gelöscht )

Bamler hatte über den 17. Juni 1953 als Standortkommandant urlaub und war nicht erreichbar. Er soll wohl kein Telefon gehabt haben. Es kamen keinerlei Befehe und auch seine Stellvertreter reagierten wohl nicht. Das sowj. Militär nahm wohl die Aktion in die Hand. Nach mehreren Tegen rief Bamler per Telefon in seiner Dienststelle zurück, da war wohl schon alles organisiert, ohne ihn.
Bamler wurde zum Jahresende, auf anraten der Sowjets, in den Ruhestand versetzt. In wieweit diese Aktion in den Zusammenhang steht - Spekulation.

Arthur


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05.10.2014 10:17
avatar  Arthur 00He ( gelöscht )
#12
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Arthur 00He ( gelöscht )

@ Feuerbulle,
der Westphal, der beim 16. RR in Erfurt gedient hatte, ist später General der Kavallerie und bei Rommel in Afrika gewesen. Seinen weiteren Lebensweg kenne ich auch nicht. Da mich es auch interessiert, habe ich es ja hier eingestellt. Ich werde Deine Daten mal nachprüfen.

Arthur


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05.10.2014 14:52 (zuletzt bearbeitet: 05.10.2014 15:10)
#13
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Administrator

Auszug aus dem NVA Forum
NVA-Forum > SPEZIELL: Personen der Zeitgeschichte > Rudolf Bamler (GM)

Geschrieben von: Arthur00Heam Donnerstag, 21.Februar 2008, 14:58 Uhr
da ich dabei bin, die Militär-Geschichte der Stadt Erfurt etwas aufzuarbeiten, interessiert mich im Moment besonders der GM Bamler, und hier seine Zeit in Erfurt.
GM Bamler war von 1952 - 1953 Leiter der Art.-techn. Schule der KVP und gleichzeitig Standortältester in Erfurt.

Gibt es dazu weitere Informationen? Welche Rolle nahm er bei den Ereignissen am 17. Juni 1953 und danach in Erfurt ein? Gibt es evtl. Bilder des GM Bamler?

Ich würde mich sehr über Informationen, auch gerne per PN, freuen.


Arthur

Geschrieben von: MBV am Donnerstag, 21.Februar 2008, 17:14 Uhr
Arthur00He,

ich hoffe, das dies Dir etwas weiter hilft.

Bamler, Rudolf; Generalmajor
Geb.: 06.05.1896 in Osterburg,Krs. Stendal
Vater: Pfarrer, Schule: Abitur, Beruf: Berufssoldat, gest.: 13.03.1972

1914 - 1918 Fahnenjunker, Uffz. zuletzt Oberlltn. u. Rgt-Adjutant, Bergisches Feldart.-Rgt. 59,

1919 - 1921 Offz. in Freikorps-Rgt.
1921 - 1924 Rgt.-Adj. Art.Rgt 3 FF/O
1924 - 1927 Ausbildung zum Generalstabsoffizier,
1927 - 1932 Hptm.,Referent Abt. Fremde Heere, Gen.-stab Heer,
1932 - 1934 Batt.Chef Pz.-Art.Rgt.-74, Königsberg
1934 - 1939 Gr.-Leiter / Abt.-Leiter, Abwehrabt. Reichswehrmin. OKW,
1939 - 1940 Kdr. Pz.-Art.Rgt.,Chef Gen.stab Wehrkreis II,Chef Gen.stab d. Mil.bef.habers Danzig/Westpreußen/Gen.Kdo XX.AK,
1940 - 1942 chef Gen.stab XXXXVII. Pz.-Korps,
1942 Generalmajor,
1942 - 1944 Chef Gen.stab AOK Norwegen,
1943 Generalleutnant,
1944 Kdr. 12. Inf.Division,
1944 - 1950 sowje.Gefangenschaft,
1944 NKFD.


Eintritt Bewaffnete Organe

09.05.1950

1950 - 1951 Ltr.Art.Schule Eggesin/Glöwen,
Chefinspekteur: 01.01.1951,
1951 - 1952 wiss. Arbeiten
1952 - 1953 Ltr. SFL-Schule Erfurt,
Generalmajor: 01.01.1953
1953 SED,
Auszeichnungen: VVO Silber
Entlassung 31.12.1953

MBV

Geschrieben von: Arthur00He am Donnerstag, 21.Februar 2008, 17:30 Uhr
danke Euch beiden, Das ist schon mal ein schöner Anfang.

Wichtig für mich ist seine Rolle in der Zeit des 17. Juni 1953 in Erfurt. Kurz danach wurde er in den Ruhestand vesetzt. Zum anderen kann man sagen, daß die KVP in Erfurt fast nicht in Erscheinung getreten ist. Gibt es da Zusammenhänge??


Arthur

Geschrieben von: Brontos am Donnerstag, 21.Februar 2008, 17:38 Uhr

Rudolf Bamler
Waffen gegen das Volk: der 17. Juni 1953 in der DDR

Bild, wenn auch nur klein:
Generale des Heeres 1939-1945

Gruß
Brontos

Geschrieben von: xde100 am Donnerstag, 21.Februar 2008, 18:24 Uhr

In diesem Buch gibt es ein spezielles Kapitel:

Budolf Bamler - Karrierebruch in der Kasernierten Voklspolizei

xde100

Geschrieben von: einstrich-keinstrich am Donnerstag, 21.Februar 2008, 19:25 Uhr

Zitat
(Arthur00He @ Donnerstag, 21.Februar 2008, 14:58 Uhr)
GM Bamler war von 1952 - 1953 Leiter der Art.-techn. Schule der KVP und gleichzeitig Standortältester in Erfurt.



Die artl.-technische Schule in Erfurt gab es erst ab September 1953.
GM Bamler war Leiter der SFL-Schule Erfurt V (1133)

Geschrieben von: einstrich-keinstrich am Donnerstag, 21.Februar 2008, 19:32 Uhr

Zitat
(MBV @ Donnerstag, 21.Februar 2008, 17:14 Uhr)
09.05.1950

1950 - 1951 Ltr.Art.Schule Eggesin/Glöwen,Chefinspekteur: 01.01.1951,



Bamler wurde schon im August 1950 zum Chefinspekteur befördert.
Am 30.09.1951 schied er aus dem damaligen Dienstbereich der
Hauptverwaltung Ausbildung aus.

Zitat
(MBV @ Donnerstag, 21.Februar 2008, 17:14 Uhr)

1951 - 1952 wiss. Arbeiten
1952 - 1953 Ltr. SFL-Schule Erfurt, Generalmajor: 01.01.1953



Bamler wird bereits in einem Befehl vom 15.11.1952 als
Generalmajor erwähnt, nach welchem er die SFL-Schule Erfurt V zum 01.12.1952 aufzustellen hatte.

Zu dem "passiven" Verhalten Bamlers am 17. Juni 1953
und den Folgen ist, wie schon eben erwähnt, "Genosse General" zu empfehlen.[/quote]

Hier ein Bild als Generalleutnant der Wehrmacht :


Geschrieben von: MBV am Donnerstag, 21.Februar 2008, 20:05 Uhr
einstrich-keinstrich,

danke für die Korrektur,
ich habe diese Angaben aus dem Buch" Generale und Admirale der NVA" entnommen. 3. durchgesehene Auflage, Juli 2000.
Mir ist bei dem Beitrag von dikude etwas aufgefallen, was in meiner Ausgabe zum GM Bamler so nicht steht.

Gruß MBV

Geschrieben von: einstrich-keinstrich am Donnerstag, 21.Februar 2008, 20:34 Uhr

Zitat
(MBV @ Donnerstag, 21.Februar 2008, 20:05 Uhr)
ich habe diese Angaben aus dem Buch" Generale und Admirale der NVA" entnommen. 3. durchgesehene Auflage, Juli 2000.
Mir ist bei dem Beitrag von dikude etwas aufgefallen, was in meiner Ausgabe zum GM Bamler so nicht steht.


Das kann daran liegen, daß "dikude" die "Weltbild"-
Ausgabe von 2003 oder gar die 5. aktualisierte Ausgabe von 2007 verwendet hat.

Geschrieben von: Arthur00He am Donnerstag, 21.Februar 2008, 20:38 Uhr
ich bedanke mich ersteinmal für die schnellen und kompetenten Antworten.

Ich denke, das Thema ansich ist in keinster Weise egoistisch angelegt. Das Verhalten Bamlers am 17. Juni 1953, oder besser, in Erfurt war es erst am 19. Juni 1953 als zu "Vorkommnissen" gekommen ist, ist schon allgemein interessierend.

Ich habe kein Problem damit, wenn ich oder Admin den Satz der PM - Mitteilungen herausnehmen. Wir können hier im Forum über alles gern offen sprechen, da habe ich kein Problem mit.

Arthur

Geschrieben von: dikude am Donnerstag, 21.Februar 2008, 22:09 Uhr
Ich habe die "Weltbild"-Ausgabe zur Grundlage genommen.

dikude

Geschrieben von: Loewe QLB am Donnerstag, 21.Februar 2008, 23:50 Uhr
er hat kein RK, und das als GL. das mal so nebenbei.

Geschrieben von: Arthur00He am Samstag, 23.Februar 2008, 18:29 Uhr
Wie war eigentlich die Alarmierung, Benachrichtigung Anfang der 50er Jahre geregelt?

Wenn Bamler um den 17. Juni 1953, als Standortältester, in seinem regulären Urlaub nicht am Standort war, wie war in solchen Situationen die Benachrichtigung organisiert? Sicherlich mußte er Ort und Adresse hinterlassen. Warum wurde er nicht per Telegramm, evtl. Telefon, benachrichtigt? Warum hat er erst über die Ereignisse um den 17. Juni aus der Presse erfahren? Oder ist das nur eine Schutzbehauptung?


Arthur

Geschrieben von: MBV am Sonntag, 24.Februar 2008, 07:04 Uhr

Arthur00He,

ich gehe davon aus, so wurde mir das auch bestätigt, das sich die Angehörigen der KVP in den Urlaub mit erreichbarer Adresse abgemeldet haben. Mag er nun an einem Ort in der Republik gewesen sein, wo das Telefon nicht im Ort war, hatte er aber die Möglichkeit, davon gehe ich aus,sich über das Radio zu informieren, und sofort in den Standort zurück zukehren.

Das ist meine persönliche Meinung.

MBV

Geschrieben von: steinpilz am Sonntag, 24.Februar 2008, 18:57 Uhr
ich kann mich an diese Zeit nur sehr dunkel erinnern, aber bei meinen Bekannten stand damals noch ein Volksempfänger in der Wohnstube. Die Wohnstube wurde nur Sonntags betreten und das Radio war ein Schatz, der sorgsam gehütet wurde.

Ich denke die Frage der Informationsbeschaffung ging hauptsächlich über andere Medien.

Kann mich aber auch irren.


freundliche Grüsse vom Steinpilz

Geschrieben von: VGSNEBEL1 am Sonntag, 24.Februar 2008, 21:34 Uhr
Benachrichtigung in den 1950er Jahren. Es wurden sicher Telegramme versandt. Frage bleibt natürlich wurde es in dieser Situation zugestellt und auf dem Lande sicher kompliziert. Es wurden aber auch Telegramme zugesprochen, für die Handy-Generation, ein Telefon gab es fast in jedem Ort, eine öffentliche Fernsprechstelle, dorthin wurde der Inhalt des Telegrammes durchgesagt und erstmal mündlich übermittelt und am nächsten Tag kam das Telegramm in schriftform. Da sind also einige "wenn und aber" in so einer gespannten Situation enthalten.
Das Radio gab es auch schon.

Zurück zu Bamler. Das Buch "Genosse General" scheint die aussagefähigste Lektüre zu sein. Ein Fehler ist natürlich auch drin, es gab kein Panzerartillerieregiment 74, richtig Feldartillerieregiment (mot.) 74 (hatte nur die I.Abt.)
In der Geschichte des IR 89/12. ID kommt er nur kurz vor und wird nicht gewertet.
In westlichen Publikationen wurden die Offz., die sich dem Aufbau der KVP/NVA zur Verfügung stellten, natürlich behandelt.
SED-Funktionäre in Offiziersuniform, Markus-Verlag GmbH Köln 1962
Dort wird sein Verhalten bei der Zerschlagung der Division bekrittelt und seine Arbeit für das NKFD. Besonders wird ihm zur Last gelegt, dass es sich als Zeuge für die Arbeit des Generalstabes mißbrauchen lässt.
Weiterhin General von Sydlitz von Leonid Reschin, Berlin 1995
Waren beide zusammen in Gefangenschaft und zu unterschiedlichen zeiten Kdr. 12. ID.
Gruß vom VGS

Geschrieben von: Arthur00He am Sonntag, 24.Februar 2008, 22:15 Uhr

@VGSNEBEL1, Du hast sicherlich recht. Wenn ich mich an die 70er Jahre zurückerinnere, dann gab es in jedem Ort eine Postfiliale und dort ein öffentlicher Fernsprecher. Dort wurden dann auch die ankommenden Telegramme entgegengenommen und danach dem entsprechenden Empfänger zugestellt. Jetzt kriegen wir warscheinlich nicht mehr heraus, in welcher Pampa Bamler damals Urlaub machte. Ich denke aber trotzdem, ein Generalmoajor mußte schon 1953 im Urlaub ständig über Telefon erreichbar gewesen sein?!

Arthur

Geschrieben von: MBV am Montag, 25.Februar 2008, 06:46 Uhr
Ne,Ne Männer,
die "Telephonie".................!

1961, August, planmäßiger Jahresurlaub der Familie bei der Schwester meines Vaters, kleines Dorf im ehemaligem Bezirk Cottbus. Sonntag, 13.08.,03.30. klingelte der Bürgermeister (hatte bis Mitte der 70er, neben der Konsum-Tante ein Telefon) des Dorfes bei meiner Tante, mein Vater wurde geweckt, erhielt ein "Losungswort" übermittelt und der Urlaub war beendet.
Die Rückreise endete in Oranienburg, meinen "alten Herrn" haben wir erst Ende August zu Hause gesehen.

Trotzdem ist die Haltung von GM Bamler nicht zu entschuldigen!!

MBV

Geschrieben von: VGSNEBEL1 am Montag, 25.Februar 2008, 20:20 Uhr
Hallon Arthur00He,
ich meine nicht die Postfiliale, sondern eine Person, die einen Telefonanschluß hatte und zu der man dann zum Telefonieren ging. Da war oft ein Schild (roter Telefonhörer auf weißem Schild- öffentlicher Fernsprecher) draußen angebracht. Der Apparat stand dann im Flur oder im Windfang und man hat telefoniert. Soviel hatte man sich nicht zu sagen.
Dieses Telefon konnte bei der Postfrau, dem Polizisten oder dem LPG-Vorsitzenden sein. So kenne ich es aus den 1960er Jahren in Mecklenburg.
Wie weit 1953 schon dei Telefonnetze wieder hergestellt waren entzieht sich meiner Kenntnis. Ich deute bereits an, dass es in dieser Zeit, um den 17. Juni 1953, natürlich auch Störungen gegeben haben kann, schließlich waren es Freileitungen und auf den Ämtern vermittelte noch das Fräulein vom Amt.
Trotzdem ist die Handlungsweise eines kriegserfahrenen Militärs in dieser Situation schwer nachzuvollziehen. Radio und Zeitungen gab es schon, die waren recht verbreitet.

Gruß vom VGS

Geschrieben von: Arthur00He am Dienstag, 26.Februar 2008, 06:50 Uhr

Zitat
Da war oft ein Schild (roter Telefonhörer auf weißem Schild- öffentlicher Fernsprecher) draußen angebracht. Der Apparat stand dann im Flur oder im Windfang und man hat telefoniert. Soviel hatte man sich nicht zu sagen.
Dieses Telefon konnte bei der Postfrau, dem Polizisten oder dem LPG-Vorsitzenden sein. So kenne ich es aus den 1960er Jahren in Mecklenburg.




ja, VGSNEBEL, Du hast völlig recht. Ich kenne diese Situation auch noch. Ich bin in einem 300-Seelendort in der Altmark aufgewachsen und bei uns war diese öffentliche Fernsprecher in der Postfiliale. Die ankommenden Telegramme hat dann die Postfrau ausgetragen. Hat jemand aus dem Ort ein abgehendes Gepräch geführt, stand dort eine Art Eierwecker, nach der dann die Zeit gedrückt wurde und danach das Gespräch bezahlt wurde.


Arthur

Geschrieben von: desantnik am Dienstag, 26.Februar 2008, 07:28 Uhr
MB V meint
"Trotzdem ist die Haltung von GM Bamler nicht zu entschuldigen!!".

Ich meine,wir sollten da noch abwarten,bis zu diesem Fakt mehr bekannt ist !
Da gibt es sicherlich noch Aufklärungsbedarf,ehe man über den General den Stab brechen sollte !
Da wäre die tatsächliche Erreichbarkeit zu prüfen.
Vielleicht wollte man ihn auch nicht informieren ?
Auf keinen Fall glaube ich daran,das ein Soldat mit dieser Vita gekniffen hat,auch wenn er zu diesem Zeitpunkt mit der Politik überkreuz war.
Auch der letzte Fakt wäre zu untersuchen !
Wenn es da bereits Probleme gab,hatte das sicher Ursachen !
Das aus einem Reichswehroffizier und Wehrmachtsgeneral kein Kommunist werden konnte,war sicherlich auch damals schon klar !
Was ist,wenn der Mann einfach nur seiner persönliche Linie als Soldat folgte ?
Nehmen wir doch die Ereignisse 53 mal her,und deren Ursachen.
Kann es da sein,das ein parteiloser Soldat sich sagte damit kann ich mich nicht einverstanden erklären !
Also,wenn schon wissenschaftlich untersuchen,dann objektiv,bitte sehr !

Desantnik

Geschrieben von: einstrich-keinstrich am Dienstag, 26.Februar 2008, 09:04 Uhr
Zu den damaligen Ereignissen :


*************************************************************

In der Bezirkshauptstadt Erfurt blieb die Lage während der Junitage im allgemeinen ruhig, einige Streiks konnten rasch beendet werden. Seitens der SFL-Schule kamen in der Zeit vom 17. bis 22. Juni 1953 insgesamt 28 Offiziere und 197 Unteroffiziere und Mannschaften in Erfurt und Umgebung zum Einsatz. Sie sicherten u.a. ein Minol-Tanklager, den SED-Zeitungsverlag sowie ein Elektrizitätswerk.

Generalmajor Rudolf Bamler befand sich während dieser Ereignisse in Urlaub. Nach seiner Rückkehr sah er sich schweren Vorwürfen ausgesetzt: Während sich Offiziere und andere Angehörige der kasernierten Einheiten, soweit sie sich ebenfalls m Urlaub befanden, unaufgefordert sofort in ihren Dienststellen gemeldet hätten, sei Bamler einfach zu Hause geblieben. Er wäre zwar am 18. Juni kurz in seiner Dienststelle gewesen, hätte sich jedoch ansonsten um nichts gekümmert. Bamler habe also im Kampf gegen die »Konterrevolution« politisch versagt, so seine Kritiker.

Bamler selbst sah sich dagegen eher als Opfer falscher Informationen und mißverständlicher Anweisungen der sowjetischen Berater. Aus den zur Verfügung stehenden Unterlagen ergibt sich in der Tat ein differenziertes, teilweise auch widersprüchliches Bild über das Verhalten Bamlers in den Junitagen 1953. Bamler will überhaupt erst im Laufe des 18. Juni von den Unruhen in der DDR erfahren haben, und zwar von seiner Haushälterin. Eine telefonische Kontaktaufnahme mit seiner Dienststelle kam nicht zustande, da angeblich alle verantwortlichen Offiziere nicht erreichbar waren. Aber auch keiner seiner Stellvertreter hatte es bis dahin für nötig gehalten, den Schulleiter und Standortältesten über die entstandene komplizierte Situation zu informieren. So wurde später einerseits bemängelt, daß es ohne Bamler zu »gewissen Verzögerungen« bei der Organisation gekommen sei, andererseits stellten seine Stabsoffiziere fest, daß sie Bamler nicht vermißt hätten und es ohne ihn besser gegangen wäre als mit ihm.

Der offizielle Bericht über den Einsatz der Dienststelle, den Bamlers Stellvertreter noch im Juni an die KVP-Führung übermittelt hatte, enthielt keinen direkten Hinweis darauf, daß die Einsatzbereitschaft der Schule aufgrund des Fehlens des Schulleiters eingeschränkt gewesen wäre. Alle Aufgaben seien zufriedenstellend gelöst worden, so der Bericht. Der Leiter der benachbarten Panzertechnischen Schule Erfurt machte hingegen zum gleichen Zeitpunkt kaum einen Hehl daraus, daß er »eine straffe Führung im Standort« vermißt habe.

Aussagen und Berichten zufolge begab sich Bamler am Nachmittag des 18. Juni in seine Dienststelle. Dort wurde er von seinem sowjetischen Chefberater in die Lage eingewiesen. Anschließend sollte er wieder zurück in seine Wohnung fahren. Bamler kam der Weisung des Beraters nach — trotz einer gewissen Beklommenheit ob der Richtigkeit dieser Entscheidung. Später rechtfertigte der Berater seine Handlungsweise mit dem nicht sehr überzeugenden Argument, Bamler sei gesundheitlich angeschlagen gewesen und im übrigen sei es besser, einen General, der in schwieriger Situation nicht von selbst die Dinge in die Hand nimmt, wieder nach Hause zu schicken.

Das in der Tat seltsame Verhalten Bamlers, das man sowohl als ein möglicherweise gewolltes »Heraushalten« aus den Ereignissen des 17. Juni als auch als eine unglückliche Verkettung von Mißverständnissen interpretieren kann, war für seine Kritiker im Stab der KVP auf jeden Fall ein willkommener Anlaß, sich grundsätzlich mit dem unbequemen ehemaligen Wehrmachtgeneral auseinanderzusetzen. Nach Bekanntwerden der Vorgänge berief KVP-Chef Hoffmann eine Untersuchungskommission ein, und auch die SED, deren Mitglied Bamler ja war, strengte eine eigene Untersuchung an.

Die KVP-Kommission kam schon bald zu dem Ergebnis, daß das »Verhalten« des Leiters der SFL-Schule in der gegebenen Situation »ernste Folgen« hätte nach sich ziehen können. Sie schloß sich dem Vorschlag des sowjetischen Chefberaters der Schule an, Bamler von allen Funktionen in der KVP zu entbinden. Darüber hinaus sollte ein Parteiverfahren gegen Bamler eingeleitet werden.

****************************************************************

Aus Genosse General!, Links-Verlag Berlin 2003

Geschrieben von: Arthur00He am Dienstag, 26.Februar 2008, 12:40 Uhr
ich habe mir erste einmal das Buch "Genosse General" per Fernleihe in der BiBo bestellt.

Noch ein paar kleine Anmerkungen zum besseren Verständnis für alle.
In Erfurt gab es den 17. Juni 1953, wie etwa in Berlin oder in anderen Gebieten, nicht. Es gab am 17. und auch am 18. Juni in Erfurt keine Streiks, keine Arbeitsniederlegungen - keinen Aufstand. An diesen Tagen wurde in Erfurt ganz "normal" gearbeitet mit kleineren "Betriebsversammlungen". Erst am 19. Juni kam es in Erfurt zu Arbeitsniederlegungen und zu Streiks. Hier besonders bei der Optima und der Umfortechnik.
Die KVP wurde zu den von Es-ks genannten Objekten zur Sicherung eingesetzt. Dazu kam noch der Erfurter Güterbahnhof. Die große Masse der Erfurter KVP-Angehörigen wurde allerdings in den Raum Halle-Merseburg-Leuna abkommandiert und dort eingesetzt.

So viel ganz kurz zu den Ereignisse um den 17. (19.) Juni 1953 in Erfurt.
Genaueres suche ich am Abend mal raus und werde es dann hier reinstellen.


Arthur

Geschrieben von: desantnik am Dienstag, 26.Februar 2008, 12:47 Uhr
Danke ESKS !
Wie zu sehen ist, durchaus differenziert !
So etwa kenne ich diese Geschichte auch aus Erzählungen meines Vaters.
Das Bamler Mitglied der SED war,ist mir neu,und eigentlich ungewöhnlich.
Derartige Personen waren,wenn überhaupt in einer Partei,eher traditionel in der LdPD zu finden.

Desantnik

Geschrieben von: Arthur00He am Dienstag, 26.Februar 2008, 17:33 Uhr

Zitat
Derartige Personen waren,wenn überhaupt in einer Partei,eher traditionel in der LdPD zu finden.




@Desantnik, Du meinst sicherlich die NDPD, dort waren eigentlich die ehem. Wehrmachtsoffz. und Generäle angeschlossen. Auch Hohmann, langjähriger Chef der NDPD war in seinem früheren Leben Offz. der Wehrmacht.
Bamler war einer der wenigen ehem. Offz, die der SED beigetreten sind. Er, Anfang 1953 und war vorher, seit 1950 in der NDPD.

Neben BM Bamler wurde auch noch Weinberger auf Grund ihres Verhaltens während der Juni-Unruhen 1953 entlassen. Weitterhin 1953 GM Freytag aus Altersgründen. Insgesammt gab es 1953 in der KVP 3436 Entlassungen. Neben den genannten Generälen auch zwei Oberste und in der Masse Ltn. und Ultn. (Aus "Die getarnte Armee" S:377)

Kann mir jemand sagen, wer Weinberger war und welche Stellung er inne hatte???

Arthur

Geschrieben von: desantnik am Dienstag, 26.Februar 2008, 17:56 Uhr
Ja,mit unseren Blockparteien hatte ich immer so meine Schwierigkeiten,konnte die nie so recht auseinander halten !

Desantnik

Geschrieben von: VGSNEBEL1 am Dienstag, 26.Februar 2008, 22:43 Uhr
Bamler am 17. Juni
ich in meinem Beitrag Unverständnis geäußert und keine Wertung. Leider geht auch im Buch Genosse General nicht hervor, welche Quellen genutzt wurden. Meist sind es die zugänglichen Akten der Partei und des MfS. Gibt es einen dienstlichen Untersuchungsbericht oder andere Quellen, zeitzeugenaussagen?


Zu Weinberger
Bernd Weinberger Ing., Generalmajor, Jahrgang 1904, verstorben 1957
1929 KPD, Studium der Elektrotechnik, Elektro.-Ing., 1933 - 38 Emigration SU, 1938 bis 39 Haft in Deutschland, 1938 bis 1947 Emigration SU,
1947 - 1950 HAbt.-Ltr. Deutesch Wirtschaftskomm., Leiter des Büros des Min. Präs. und Ltr. des Amtes für Reparation.
Bew. Org. 1950 - 1952 (ZB) Ltr. der verw. für Auftragserteilung, MdI,
01.10.1952 Gen. Mj. Stellv des Min f. Wirtschaftsfragen, Okt. 1953 Aberkennung des Dienstgrades, Entlassung,
1954 bis 57 Ltr. des Büros für wiss.-techn. Zusammenarbeit der staatl. Plankomm.
Aus Froh/Wenzke, Die Generale und Admirale der NVA, 2. Aufl. Bln. 2000
Gruß vom VGS

Geschrieben von: desantnik am Mittwoch, 27.Februar 2008, 07:23 Uhr
Wir sollten uns bemühen,geschichtliche Ereignisse möglichst neutral zu betrachten,dazu
ist es zweckmäßig,sich aus seiner eigenen "parteilichen Befangenheit"
zu lösen.
Deshalb nehme ich in diesem Zusammenhang die Schilderung von damaligen Untersuchungen zur Kenntnis,mehr aber auch nicht !
Nur über eine glasklare Analyse der damaligen politischen Verhältnisse,und deren Auswirkung auf Menschen in Führungspositionen der KVP,kommen wir da weiter.
Bamler und andere einfach auf Grund alter Parteiverfahren o.ä. zu beurteilen,halte ich für falsch.
Und aus dem Beitrag von ESKS geht doch eindeutig hervor,dass es erhebliche Widersprüche gibt.
Die sollten wir zu klären versuchen!
Gelingt uns das nicht,sollten wir als Soldaten eine vorurteilsfreie Position einnehmen !
Das ist für mich eine Frage der Ehre und des Anstandes,mehr nicht .

Desantnik

Geschrieben von: MBV am Mittwoch, 27.Februar 2008, 21:24 Uhr
desantnik,

nach einiger Zeit, der Überlegung halber, schließe ich mich Deiner Meinung an.
Es gelingt mir nicht immer vorurtreilsfrei zu werten.
Die jeweilige politische Situation richtig zu bewerten, innerhalb der damaligen bewaffneten Organe, fällt uns als jüngere Generation sehr schwer.
Quelle für mich ist mein Vater. Er sieht heute manche politische/militärische Entscheidung in den 50er Jahren anders.
Obwohl er seinem russischen Miliärberater einiges zu verdanken hatte, war er nicht immer seiner Meinung. Letztendlich hat er aber als KVP-Kommandeur entschieden und seine Entscheidungen begründet. Erfolgreich!!
Welche Rolle(positiv wie negativ) spielte der Berater von GM Bamler? Welches Gewicht hatte die Meinung des Beraters, für die Entscheidungsfindung einer KVP-Untersuchung??

MBV

Geschrieben von: einstrich-keinstrich am Mittwoch, 27.Februar 2008, 22:13 Uhr

Zitat
(VGSNEBEL1 @ Dienstag, 26.Februar 2008, 22:43 Uhr)
Leider geht auch im Buch Genosse General nicht hervor, welche Quellen genutzt wurden. Meist sind es die zugänglichen Akten der Partei und des MfS.



Doch, die Quellen sind vermerkt, einfach den Fußnoten folgen.

Zitat
(VGSNEBEL1 @ Dienstag, 26.Februar 2008, 22:43 Uhr)

Gibt es einen dienstlichen Untersuchungsbericht oder andere Quellen, zeitzeugenaussagen?


Ja, es waren :
- Bericht der SFL-Schule an den Chef des Stabes der KVP vom 22.06.1953
- Bericht der Untersuchungskommission an GL Hoffmann vom 20.08.1953
- Bericht von Major Bulang* an den Chef des Stabes der KVP vom 22.06.1953
- Bericht von OSL Peter** an die Politische Hauptverwaltung der KVP vom 22.06.1953
- Bericht der PKK an den Chef der Politischen Hauptverwaltung vom 17.08.1953

* Major Bulang war ein Offizier aus dem Stab der KVP
** OSL Erwin Peter war damals Leiter der C-techn. Schule Erfurt IV

Geschrieben von: desantnik am Donnerstag, 28.Februar 2008, 07:41 Uhr
Da haben wir ähnliche Wurzeln MB V !
Die Aufarbeitung derartiger Geschichten,von denen es doch einige gab,wäre bestimmt wichtig.
Wenn ich da im letzten Beitrag von ESKS lese,Bericht des Dgrd.Name sowieso,oder Bericht der PKK,dann bekomme ich Magenschmerzen.
Wie derartige Berichte mitunter zu Stande kamen ,kann ich mir lebhaft vorstellen.
Kenne ich aus meinem eigenen Leben !

Desantnik

Geschrieben von: Arthur00He am Montag, 17.März 2008, 17:04 Uhr

Zitat
* Major Bulang war ein Offizier aus dem Stab der KVP




ich muß hier noch einmal nachhaken.
Ist es richtig, daß der Mj. Bulang ein Stellvertreter des GM. Bamler war und in seiner Abwesenheit die Schule über den 17. Juni 1953 in Erfurt geleitet hat??
Sind diese Informationen zutreffend??


Arthur

Geschrieben von: Thunderhorse am Dienstag, 12.August 2008, 20:21 Uhr
Ein weiteres Foto.

TH

Geschrieben von: einstrich-keinstrich am Dienstag, 12.August 2008, 20:57 Uhr
Sach ma, TH wo kommt das denn alles her ????
Die Dokumentation von Bruno Martin, 1962, ist nun wirklich
nicht mehr uptodate ...

Zitat
(Thunderhorse @ Dienstag, 12.August 2008, 21:21 Uhr)
Ein Foto aus der Zeit bei der NVA.



Das Foto zeigt ihn in Wehrmachtsuniform.
GM Bamler diente nur bei der HVA/KVP, nicht in der NVA.

Zitat
(Thunderhorse @ Dienstag, 12.August 2008, 21:21 Uhr)

Geboren in Osterburg/Ostpreußen



Sein Geburtsort Osterburg liegt in der Altmark.

Zitat
(Thunderhorse @ Dienstag, 12.August 2008, 21:21 Uhr)

Sein Vater soll Arzt und nicht Pfarrer gewesen sein.



Sein Vater war evangelischer Dorf-Pfarrer.

Zitat
(Thunderhorse @ Dienstag, 12.August 2008, 21:21 Uhr)

Er ging bereits 1912, als Kadett zum Feld-Artillerie-Regiment 59 nach Köln.



Er ging bis 1914 aufs Gymnasium und trat am
12. März 1914 mit 17 Jahren ins FAR-59 als Fahnen-
junker ein.

Geschrieben von: Thunderhorse am Dienstag, 12.August 2008, 22:27 Uhr
Sach ma, bei mir ist es F.P. Martin. Englische Ausgabe.

Schon ausgebessert
.
Aber:
Jede Menge schöne Fotos darin enthalten.

Regards.

TH

Geschrieben von: Arthur00He am Mittwoch, 13.August 2008, 09:39 Uhr
ich mu hier esks Recht geben. Ich habe versucht, mich etwas mit ihm zu beschäftigen.

Zitat
Er ging bis 1914 aufs Gymnasium



das war das Fr. L.-Jahn- Gymnasium in Salzwedel. Ich habe einige Jahrzehnte später an der selben Schule mein Abitur machen dürfen.

Arthur

Geschrieben von: Alexej am Mittwoch, 21.November 2012, 08:12 Uhr




Bumler hat Befehl als Stabschef unterschrieben. (Erlassen?).

Geschrieben von: bronski am Mittwoch, 21.November 2012, 10:06 Uhr

Zitat
(Alexej @ Mittwoch, 21.November 2012, 08:12 Uhr)


Bamler hat Befehl als Stabschef unterschrieben. (Erlassen?).


aus diesem Link geht das aber nicht hervor.
]
Geschrieben von: einstrich-keinstrich am Mittwoch, 21.November 2012, 15:31 Uhr
Dieser Korpstagesbefehl trägt dokumentarischen Charakter,
sprich aus "Abschreckungsgründen" wurden solche Urteile
bekanntgegeben. Bamler hat als SC des Korps den Befehl
sicher unterschrieben und auch verfaßt, mit Verhängung
oder gar Findung des Urteils hatte er nichts zu tun.

Im übrigen aber ein aus meiner Sicht auch angemessenes Urteil.

Geschrieben von: Alexej am Mittwoch, 21.November 2012, 19:28 Uhr

Zitat
(bronski @ Mittwoch, 21.November 2012, 10:06 Uhr)
aus diesem Link geht das aber nicht hervor.


Aus dem Link geht es hervor, dass es sich um eine Einheit der 18. Panzerdivision handelte.
Noch ein Urteil aus der gleiche Division und somit ja gleichen Armee-Korps


Geschrieben von: R-363 am Mittwoch, 21.November 2012, 19:39 Uhr
Ja, und? Was soll uns das jetzt sagen?

Der Chef des Stabes des Korps hat mit seinem Befehl das Urteil eines Truppengerichts für den Kommandobereich des Korps bekanntgegeben, zur Information, Belehrung und letztendlich Abschreckung.

Geschrieben von: Alexej am Mittwoch, 21.November 2012, 19:44 Uhr

Zitat
(R-363 @ Mittwoch, 21.November 2012, 19:39 Uhr)
Ja, und? Was soll uns das jetzt sagen?



Das bei der Wehrmacht gab es Menschen die nicht nach "Erlass über die Gerichtsbarkeit in Osten" handelte.

Geschrieben von: R-363 am Mittwoch, 21.November 2012, 20:59 Uhr
Ah, okay, jetzt hab sogar ich das verstanden.

Geschrieben von: orlow am Donnerstag, 17.April 2014, 17:07 Uhr

Vor einiger Zeit hatte ich mir den Beitrag schon einmal durchgelesen. Der Name ist mit einem roten Balken verdeckt, wenn ich mich recht entsinne war dies vorher nicht. Ein Grund fällt mir nicht ein, da es sich um eine bereits verstorben Person handelt.

Geschrieben von: Arthur00He am Sonntag, 25.Mai 2014, 15:04 Uhr
das Bild

Arthur

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05.10.2014 16:01
#14
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So nun ist es vollbracht. Ich hoffe die Informationen sind ausreichend.

Zum 1953. Am 5.3. ist Stalin verstorben. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich meine Eltern im Erholungsurlaub natürlich mit mir ich war ja gerade mal 9 Jahre. Dieses Ereignis ist mir wegen der Diskussion über die mögliche Heimreise noch in Erinnerung. Das Heim war ein Erholungsheim der Polizei. Die Genossen waren der Meinung unter den Umständen ist ei weitere Urlaub nicht möglich. Die traurige Nachricht kam über den Rundfunk und die Zeitung. In einem Schreiben oder Anruf von Karl Maron wurde ausdrücklich befohlen "kein Urlaubsabbruch". Damit war unser Urlaub gerettet und die "ganz harte" mußten einsehen, das ein Urlaubsabbruch nicht ändern würde am Ereignis. Ich will damit nur den Informationsfluß bzw seine Möglichkeiten darstellen.
Der 17.06.53 war ein Mittwoch. Nachmittags kam mein Vater von der Landesbehörde kurz nach hause und verbot uns auf die Straße zu gehen. Er nam noch den Kuchen mit, Mutter hatte am 16. Geburtstag, und sagte ich komme vorläufig nicht nach hause. Ein warum von Mutter verhallte im Raum. Kaum war Vater weg, da rollte in der Wilhelm-Pieck-Str ( jetzt Friedrich-Ebert-Str) Richtung Landfied (ehem Mähdrescherwerk). ein paar Panzer. Mein Klassenkameraden standen auf der Straße und haben gewunken und ich durfte mir das Schauspiel vom Fenster aus ansehen. Mehr habe ich von dem ereignisreichen Tagnicht mitbekommen oder anders ausgedrückt es war ruhig in Weimar. Mein Vater war zu dem Zeitpunkt Ltr. Nachrichten der Landesbehörde in Weimar.


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05.10.2014 19:30
#15
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Administrator

Gedanken zur Entlassung von Bamler.
Offensichtlich war GM Bammler nicht in Erfurt, sondern im Urlaub. Wenn er in einer Erholungseinrichtung der VP (Kommandeursheime) war, hat er bestimmt die Information zu den Aktivitäten am 17. spätestens mittags erhalten. Sein Stellvertreter im Amt hat die unterstellten Einheit an die entsprechenden Schwerpunkte gebracht. Im Standortbereich gab es keine wesentlichen Ereignisse die eine andere Befehlsmacht erfüllen mußte und konnte.
Als Mitglied der SED hätten einige seiner Mitstreiter vorausgesetzt, das er sofort nach Erfurt zückfährt. Ich kenne zwar die PKK Protokolle nicht, kann mir aber vorstellen, das jeder Befragte aus seiner Sicht und zu seiner Sicherheit geantwortet/geschrieben hat. Wer den Kauswurf zum 31.12. gefordert hat ist zwar eindeutig (Befehl), aber warum hat man in Jahre später

Zitat
Anlässlich des Tages der Nationalen Volksarmee am 1. März 1966 wurde Bamler, der im gleichen Jahr seinen 70. Geburtstag beging, der Vaterländische Verdienstorden in Silber verliehen,[8][127] nach dem Karl-Marx-Orden der zweithöchste Orden der Republik. Generaloberst Heinz Hoffmann, der Bamler 1953 noch politisches Versagen vorgeworfen hatte, würdigte in diesem Zusammenhang sein Wirken in der KVP bei der Stärkung der Arbeiter-und-Bauern-Macht


Deutet für mich auf die Revision der Entscheidung von 1953 hin


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