Eine neue Geschichte aus dem militärischen Alltag

29.08.2013 22:22
#1
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Es begab sich eine „militärische Vorlage“ durchzuführen. Das Regiment hatte eine Übung durchzuführen.
Per Alarm ging es in den K-Raum (Konzentrierungsraum) die erste Nacht hat mir der neuen Aufgabenstellung zu tun. Es wurden Marschbefehle für die Rädertechnik erarbeitet und durchgeführt.
Ich bin dann mit dem PU, einem Kettenführungsschützenpanzer, im K-Raum stehen geblieben, weil die Kettentechnik nur per Bahn verlegen durfte. Leider mussten wir längere Zeit auf die Fahrt zur Verladestelle warten.
Unser Standort am Ende des Dorfes war den Einwohnern bekannt. Vor unserer Stellung war das Haus des Dorfschmiedes. Wir hatten es uns gemütlich in der Technik, da klopfte es vorsichtig auf die Panzerlucke. Der alte Schmied stand draußen und hatte ein Problem. In der Kirche des Dorfes ging das Gebläse der Orgel nicht mehr und wir sind doch bestimmt in der Lage uns das mal anzusehen und eventuell zu helfen. Nun begab es sich, das der Funker richtiger Kirchenorganist war und der Truppführer Elektriker. Wir hatten ja Zeit und ich blieb auf dem Fahrzeug mit dem Fahrer zurück. Ein Funkgerät wurde den zweien mitgegeben, so konnte ich sie schnell zurückrufen, wenn es notwendig wurde. Nach einiger Zeit tauchten beide „Instandsetzer“ auf und erzählten ihre Erlebnisse. Die Motoren hatten nur abgebrochene Anschlüsse, das wurde behoben. Der Organist setzte sich an die Orgel und griff in die vollen Tasten. Der Küster oder auch der Pfarrer kamen erschrocken in die Kirche, sie hatten schon lange nicht solche Töne aus ihrer Orgel gehört, da die Orgelspielerin sich das spielen selber beigebracht hatte. Gelernt ist halt gelernt. Ab diesen Zeitpunkt hatte unsere Besatzung bei Bezug des K-Raumes nur noch Gutes. Es gab jedes Mal Kaffee und Kuchen, unsere Technik wurde nicht mehr beschädigt. Es war ein recht herzliches Verhältnis. Leider ist mir nicht bekannt was aus unserem gelernten Organisten wurde und ob er des Öfteren die Orgel in seiner Freizeit bewirtschaftet hat.



FuAB-21/NB-4/AB-4/MSR-24/OHS S08/Rentner

Jedes Ding hat drei Seiten: mein, deine und die der Tatsachen.


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