Landesbehörde und dann .....

06.08.2013 23:38
#1
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Ich kann nur aus familiären Erlebnissen und Erkenntnissen berichten. Mein Vater kam als Versehrter in seinen Heimatort Weimar zurück. Sein Gesellenbrief bescheinigte ihn als Ankerwickler und Elektriker. Der Ausbildungsbetrieb, der bis zum Wehrmachtseintritt ihn beschäftigte, wollte einen "Versehrten" nicht in Lohn und Brot nehmen. Wo gab es Arbeit? Was hatte er von 1936 bis 1945 gemacht? Als Oberfunkmeister hatte er sein Wissen auf den Nachrichtenbereich bei der Wehrmacht erweitert.
Die Landesbehörde in Thüringen strukturierte sich gerade. Da wurde ein Nachrichtenmensch gebraucht und damit wurde ich automatisch mit der Polizei konfrontiert.
Ich lernte die Dienstelle in der Bahnhofstr./Ecke Meyerstr., den Sauckelbau und das ehemalige Gericht in der Thälmannstr. kennen. Bis 1954 gab es ja das Land Thüringen mit Weimar als seine Landeshauptstadt. So meine Erinnerung, da ich in Erfurt in die 5.Klasse ging als mein Vater in der Schillerstr. in Erfurt seine Dienststelle als Ltr.Na in der BdVP hatte.
Wenn ich mit meinem heutigen Wissen die „Weimarer Zeit“ betrachte, war der Dienst meines Vaters mit dem Aufbau und der Verwaltung von Fernsprech- und Fernmeldeverbindungen, der Wartung und Reparatur der entsprechenden Geräte.
In Erfurt sah das dann alles anders aus, aber das zu einem anderen Zeitpunkt.

[ Editiert von oldmafri am 08.08.13 13:33 ]



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08.08.2013 14:36
#2
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In Erfurt habe ich logischerweise mehr von der Arbeit meines Vaters mitbekommen. So kann ich mich heute noch an die Örtlichkeiten im Arbeitsbereich erinnern. Da gab es eine Telefonzentrale, eine Fernschreibzentrale, ein Nachrichtenwerkstatt. Der Wählersaal mit seinen Geräuschen der Schrittwähler, der Heb-Dreh-Wähler und der „Ruf“-Maschine. Da gab es ja auch noch ein Funkraum und eine seltsame Schreibmaschine bei der der gedrückte Buchstabe immer eine andere Lampe aufleuchten lies. Heute schmunzele ich über meinen ersten Kontakt mir einer ENIGMA.
Da mein Vater keine Hochschulausbildung hatte wurde er als Ltr. Na durch einen „gebildeten“ Nachrichtenmenschen abgelöst. Seine weiter Arbeit hat er dann im Baustab der BdVP geleistet. Hier war er für die Nachrichtentechnik der VP im Bezirk Erfurt verantwortlich.
Für mich war es interessant neu Nachrichtentechnik zu sehen und Problemlösungen zu erleben. Ein Teil seines Arbeitsbereiches war auch mit der Errichtung von TP’s (Topografische Punkte, Trigonometrische Punkte) ausgefüllt. Für mich war es Interessant wie solche Bauwerke errichtet wurden. Heut sind diese Erscheinungen nicht mehr vorhanden. Eigentlich schade, da hier handwerkliche Leistung dahinter gestanden hat, die heute nicht mehr dargestellt wird.



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20.04.2014 13:37
#3
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Wenn man die Aufgabenbereiche der Polizei betrachtet (die politischen Bereiche ausgenommen) ergeben sich folgende Bereiche
Das MdI mit den Bezirksbehörden und den Kreisämtern.
Die Berührungspunkte zur Bevölkerung und der gesetzlichen Ordnungsansprüche waren:
- Wasserschutzpolizei, Transportpolizei, Feuerwehr
- Betriebsschutz, ABV
- Verkehrspolizei
- Paß- und Meldewesen
- Kriminalpolizei
- Strafvollzug
Natürlich können diese Bereiche nicht ohne entsprechende Sicherstellung existieren. So gab es Bereiche der materiell-technischen Sicherstellung, der Kommunikation, der Versorgung.
Sie waren teilweise mit nicht Polizeiangehörigen besetzt.

Bemerkenswert ist, das die hoheitlichen Aufgaben nicht durch "Beamte" sondern durch "Behördenangestellte" erfüllt wurden. Es geht also auch so.
80000 Polizisten haben ihren Dienst in dem Bereich der DDR erfüllt. Umgerechnet auf die Länder entspricht das ca. 15000 Polizisten.
Ist ja ne Menge an Leuten, aber eine breite Palette der Aufgaben.

Heute sind nur noch 7700 Polizisten (Beante) in Thüringen tätig, aber nur in den Bereichen
- Kiminalpolizei
- allgemeine Polizei (ua. KoBB)

Die Arbeitsaufteilung war 6 Bereiche(BdVP/VPKA) zu 2 Bereiche(Land Th) der 15000 Beh.-Angest zu 7700 Beamten zu betrachten.

Jetzt stellt sich für mich die Frage nach dem Polizeistaat? Die aktuelle Lage sagt trotz personelle Überzahl in den Bereichen, das jetzt kein Polizeistaat existiert, oder hat wer schon mal die Polizei gesehen?

Bei mir der KoBB einmal zu Besuch, weil er eine Auskunft zu einer Ermittlung benötigte. Halt und zwei habe ich bei einem Unfall beschäftigt und das in ca. 25 Jahren. Tolles Erlebnis.


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