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Die Wehrbezirks- und Wehrkreisorgane

Die Wehrbezirks- und Wehrkreisorgane
Es gab 189 Kreise bei 14 Bezirke, die die NVA mit Armeeangehörigen aus dem Bestand der Zivilisten männlich aufzufüllen hatten. Aus heutiger Sicht keine leichte Aufgabe. Ging es doch nicht nur um Grundwehrdienstler, sondern auch um Längstdienende im Bereich Unteroffizier, Fähnriche und Offiziere zu gewinnen. Man kann geteilter Meinung sein, ob gewinnen, überzeugen oder überreden dabei eine Rolle spielten. Wer zur Musterung geholt wurde, natürlich per Einschreiben, hatte kaum eine Change dem zu entkommen. Die witzigen Bemerkungen über das Umgehen der Musterung vielen dem "Witzbold" mit Sicherheit auf die Füße. Die grundlegende Einstellung wurde mit Sicherheit vermerkt. Der medizinische Teil hatte was mit der gesundheitlichen Eignung für spezielle Laufbahnen zu tun. Immerhin mussten ja alle Bereiche der Landesverteidigung abgedeckt werden (Luft, See und Land). MfS (Wachregiment) und Polizei (Bereitschaft) waren dabei eine Randerscheinung. Wobei Zoll und Polizei auch nach der geleisteten Dienstzeit ihre "Netze" auswarfen.
MfS griff schon vor der Musterung und während der Dienstzeit, gelegentlich auch danach auf ihnen "spanischen" Personen zu.
Eine Randgruppe waren die Wehrdienstverweigerer, sie hatten, bei Bestätigung, ihre Diensteinheit schon fest.

Ich hatte mich aus familiären Überlegungen schon in der Lehre zu einer 3-jährigen Dienstzeit verpflichtet, wollte aber nicht zum MfS und habe die Werbeversuche erfolgreich hinter mich gebracht.
Auf dem WKK hatte ich bei der Musterung meinen Wunsch zu Nachrichten zu kommen geäußert. Es war für mich die Möglichkeit, eine mir passende Waffengattung/Dienste zu wählen. Der Dienstort ist eine ungewisse Sache, weil ja immer noch nach der Ausbildung zum Uffz. nicht der Dienstort auch entsprechenden Bedarf hatte. Aus heutiger Sicht habe ich nichts falsch gemacht.
Unter dem Link ist mein Start zu lesen
Hier geht es aber um meine Erinnerungen an die Wehrkreisorgane.
Ab 1977 hatte ich dann an der OHS jedes Jahr die Kommissionierung der zukünftigen Offiziersschüler der Sektion Nachrichten zu betreuen. Das heißt, von der Kaderabteilung der OHS wurden die Wegstammunterlagen für zukünftigen Nachrichten-Schüler mir übergeben. Die Sichtung betraf: grundsätzlich für Nachrichten beworben, schulische Voraussetzungen, medizinische Probleme, Verwandtenaufstellung usw.
In der Sektionen wurden dann von den Lehrstühlen Kommissionierungsgruppen mit den Fachgruppenleiter und Fachlehrern gebildet. Die Lehrstuhlleiter hatten dann die Ergebnisse zu bestätigen.
Immerhin benötige unsere Sektion mindestens 120 zukünftige Studenten bei denen noch ca. 10 % zusätzlich geplant wurden wegen der möglichen "Ausfälle".
Ca. 5 Tage dauerte der ganze Vorgang jedes Jahr.
Die Unterlagen der WKK waren manchmal zu Haare ausreisen. Unvollständigkeit ist da noch das harmloseste. Umleitungen zu Vorgabenerfüllung, "Wunscheintragungen", die nie getätigt wurden. Versprechungen, die nicht gehalten werden können.
Diesbezügliche Meldungen gingen nimmer an den Militärstaatsanwalt.
Mit der Abgabe der Personalakte/Wehrstammkarte war dann der Vorgang nicht mehr zu verfolgen. Es gab auch keine Aufzeichnungen über solche Fälle, mit persönlicher Sicherheit.
Ich kann aus heutiger Sicht die "Not" der WKK's verstehen. Hatten sie doch die Aufgabe eine vorgegebene bestimmte Anzahl an zukünftigen Soldaten, Uffz und Offz zu erbringen. Eine Möglichkeit des "Ausgleich" gab es doch nur zwischen den WKK's einer WBK, aber nicht auf noch höherer Ebene. Wer wollte sich nachsagen lassen, dass es nicht richtig geworben hatte.
Das andere Extrem war, wenn die "Fachrichtung" mit Geworbenen voll war, wurde der Wehrwillige auch abgelehnt oder einfach umgestrickt.
Eine Staatsratseingabe bewirkte da Wunder und alle "Sperren" waren beseitigt.
Fazit: Die Wehrkreisorgane hatten es nicht leicht, versuchten aber mit allen Mitteln ihren Plan zu erfüllen.

Bleiben aber aus meiner Sicht die Fragen offen, warum
1. ich will nicht zur Armee
2. 18 Monate, bringen wir es hinter uns
3. 3 Jahre, bin doch nicht krank
4. 3 Jahre, und das Studium ist sicher
5. 3 Jahre, und kann meinen Berufswunsch bekommen.
6. Was habe ich für Vorteile als Berufssoldat in den unterschiedlichen Dienstgradgruppen und Laufbahnen
Wie ist der Sinn des Soldatseins eigentlich bei dem Einzelnen angekommen
Warum gab es auch Soldaten nach 18 Monaten Dienstzeit und keine Gefreiten
Welche Laufbahnen gab es und welche Dienstgrade waren da vorgesehen

Ja Gast, da haste recht, wenn du es auch bestimmt anders gemeint hast. Die "Werber" hatten ja ihre Vorgaben nach Waffengattung und Dienste, nach GWD und alle Bereiche der Längerdienenden. Bei Nichterfüllung der Vorgaben gab es entsprechende "Anschisse" und Auswirkungen auf die Dienstzeit.
Ich für meine Person habe nicht viel Negatives im WKK erfahren. Ich wollte 3 Jahre zu Nachrichten und nicht zu den Chemikern, obwohl ich Thermochemiker war. Bin zwar nicht zu Nachrichten gekommen, aber nur 20 Km vom Wohnort zu den Funkaufklärern. Waren ja vom Arbeitsinhalt auch Nachrichteneinheiten.
#6

"mein" WBK wollte mich unbedingt für 3 Jahre werben... dummerweise hatte ich meine Kommissionierung ( eine Art Eignungsprüfung zum Studium an der OHS) bereits hinter mir, so dass es mir ein diebisches Vergnügen bereitete diese WKK-Truppe mit meinen Gegenargumenten für 3 Jahre zur Weißglut zu treiben
Beim Wegtreten nach dem Rausschmiß meinte ich so, dass ich es mir bei soviel Unordnung doch noch mal überlege, das Studium an der OHS abzusagen.... die Gesichter, unbezahlbar

Guten Tag,
nein, war nicht "böse" gemeint. Ich hatte einen guten Bekannten auf oder im WKK. Je näher das Ende der DDR und damit auch der NVA rückte, desto schwieriger wurde die Rekrutierung von Längerdienende, da half das schon an Erpressung erinnerte Gebaren, Studium ja, wenn UaZ Verpflichtung, als ein Beispiel, denn z.B. waren ja die Panzerfahrer alles UaZ. Ich selbst hörte nach fast 2 Jahrzenten auf und dachte natürlich, das ich vom Reservistendienst verschont bleibe. Hatte große Schwierigkeiten selbst eine für mich zumutbare Arbeit zu finden, gelang mir nicht und was ich jetzt erfahre habe, wiederum durch einen guten Bekannten, haute mich fast um. Man wollte mich unbedingt in ein staatliches Organ bringen, das gelang erst mal, hatte aber 1/3 weniger Kohle auf die Hand. Komme jetzt wieder auf meinen Bekannten im WWK zurück, der mir sehr vertraulich mitteilte, das ich jährlich bis zu 3 Monaten, für einen Reservistendienst im Soll II in Lehnin vorgesehen bin, hatte damals mich aus diesen Bereich zurückgezogen, hatte genug Abenteuer gehabt. Deswegen sollte ich unbedingt in ein Staatsorgan, um mich jedes Jahr schön einzuziehen, dazu hatte ich absolut keine Lust gehabt und konnte es erfolgreich abwehren, indem ich eine Tätigkeit aufnahm,wo man mich nicht mehr einziehen konnte, da hab ich denen ein Schnippchen geschlagen.
Gruß

Angelegentlich frage ich mich, in welchem Beruf man nicht zum Reserve-Dienst eingezogen werden konnte.
Ich bin von der NVA derart geliebt worden, dass ich von meiner Entlassung 1975 (im Herbst) knapp 1 Jahr später bis zum letzten Mal 1988 aller 2 Jahre einmal längere Zeit (bzw. 2x wegen Mob nur eine/zwei Wochen) einrücken musste.Außerdem wollte mich das WKK Meißen noch zwischenzeitlich (um 1984 herum) als "Beisitzer"(?) bei Musterungen dabei haben (da habe ich aber eine Notbremse gezogen und mich krank gemeldet: Kein Problem für mich, da Rückgratverkrümmungen und Bandscheibenvorfall).
Nagut, ich hätte mich nicht als ROA melden müssen, aber da hatte ich eben meinen Ehrgeiz. Vielleicht wäre man als simpler Unterfeldwebel (nach drei Jahren) mit weniger davon gekommen...?
OldMan
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