Künstliche Intelligenz (im weitesten Sinn, auch Militärtechnik-Einsatz)

06.08.2023 21:19
avatar  OldMan
#1
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Passt hier, habe ich an anderer Stelle (Waffentechnik und KI usw.) im "Nachbar-Forum" plaziert:

Nur mal nebenbei, weil von KI im Zusammenhang mit neuen Waffen-Techniken (Drohnen, Marschflugkörpern) u.a. die Rede ist:Man hat festgestellt, dass die KI-Chatbots, mit denen man bsiher reüssiert hat, "schlechtere" Antworten (inhaltlich) als noch zu Beginn ihrer Nutzung "auswerfen", wenn diese Software zu irgendeinem Problem befragt wird.
Ich sehe hier einen Kardinalfehler bei der bisherigen Vorgehensweise der Nutzung von KI. Diese Software ist menschengemachter Algorithmus, wird zur Nutzung mit Inhalten (oder Links dazu) ausgestattet und ist in der Lage, Inhalte sinnvoll zu verknüpfen, wenn ihr eine Frage (selbst komplexer Art) zur Beantwortung oder ein Problem zur Lösung vorgelegt wird. Weiterhin ist die (ich nenne sie kurz :) KI mit der "Fähigkeit des Lernens" (von Inhalten, die ihr z.B. als Nebenbedingungen für die Lösung eines Problems vorgelegt werden) ausgestattet und sie ist in der Lage, neue und bisherige Inhalte zu verknüpfen.

Das Problem der "schlechteren Antworten als vordem" hängt mit dieser letztgenannten Fähigkeit zusammen. Indem die KI von allen möglichen Personen unterschiedlichsten Bildungsgrades (vor allem aus Sicht von "Bildung", nicht beruflicher "Ausbildung" - aber auch von daher) zur Problemlösung heran gezogen wird, nimmt sie massiert Inhalte neu auf und verknüpft sie, die in verschiedenster Hinsicht mangelhaft sind. Es sind doch, man mache sich nichts vor, viele "Allerwelts-Personen", die KI (z.B. die Chat-KI bei BING o.ä.) nutzen, weil Gebildete eine Antwort bzw. eine Lösung zumindest in Teilen selbst zu finden in der Lage sind.
Die "Allerwelts-Personen" tragen ihr für "Wissen" gehaltenes Halb- und Unwissen mit jeder Fragestellung in das Algorithmen-Gefüge der KI-Software ein. Die nimmt es offensichtlich in Teilen für bare Münze und verlinkt es in sich, dann gibt sie es bei Antworten weiter...
Schlussfolgerung: In der KI muss zwingend ein Fakten-Checker eingebaut sein, der Plausibilität und Stichhaltigkeit des Eintrags in die KI prpft und unsicheres bis falsches "Wissen" verwirft.
Scheinbar hat man das bisher noch nicht so gesehen.
Ich bin mir aber nicht sicher, ob nicht auch das gewollt sein könnte.
Und Einschränkungen der Betreiber von KI-Zugängen sind natürlich auch zu beachten (s. Bsp. oben von @FA).
Und KI-Nutzung ein bildungs-(nicht, aber auch, ausbildungs-)abhängiges "Werkzeug" sein wird oder sein soll. Das würde auf ein hierarchisches System von wirklicher Problemlösung hinführen und zu einer differenzierten Gesellschaft mit prekären "Mitgliedern" führen, deren Chancen von vorn herein eingeschränkt sind (populäres "Internet"), und privilegierten "Mitgliedern", deren Möglichkeiten auf dem Vorteil einer "besseren" Problemlösung (wie immer geartet) beruhen und sich deutlich abheben...

OldMan

PS. Ohne KI (davon wurde damals zwar auch geredet) hat etwas Ähnliches bereits Robt. B. Reich, Arbeitsminister der ersten Clinton-Administration und (wimre Harvard-Prof.), in einer Schrift "Die neue Weltwirtschaft" (Mitte der 90er) angesprochen.
PPS. Und je dümmer die KI, desto weniger treffsicher die Lenk-Bomben, Drohnen usw. und desto mehr Kolateralschäden... !!
-

nihil, nihil.

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07.08.2023 11:56 (zuletzt bearbeitet: 07.08.2023 11:58)
avatar  0bstihj
#2
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Da die KI ja gewissermaßen noch in den Jugendschuhen steckt, ist da sicher noch mehr machbar.
Ob man die Bevölkerung hier zielgerichtet und ehrlich am Geschehen beteiligt, ich weis es
momentan nicht nachhaltig. Aber ich denke eher, nein!

Aufzuhalten wird das Ganze nicht mehr zu sein. Entscheident wäre die Frage wofür derart
neues Wissen/Können eingesetzt wird. Auch hier kommt es darauf an, wer es in der Hand hat.
Irgendwie ist es wieder so ein bischen wie Wettrüsten!

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07.08.2023 17:36
#3
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Ein paar Definitionen zur Intelligen

Definition: Intelligenz
Diese Fähigkeit umfasst kognitive Prozesse wie Wahrnehmung, Lernen, Erinnern, Problemlösung, kritisches Denken und Entscheidungsfindung.
Künstliche Intelligenz (engl. Artificial Intelligence)
ist ein Teilgebiet der Informatik, und befasst sich damit, wie ein Computer intelligentes, menschliches Verhalten nachahmen kann. Dabei ist weder festgelegt, was »intelligent« bedeutet, noch welche Technik zum Einsatz kommt.

Meiner Meinung nach wird es noch lange Zeit brauchen, um von echter künstlichen Intelligenz zu sprechen. Die Systeme müssten ohne menschliches Zutun neue unbekannte Probleme erkennen und Algorithmen zu Bearbeitung selbständig entwickeln.

1983 wurde ein Patent von mir unter dem Begriff der "künstlichen Intelligen" entwickelt. Das Grundprinzip war bei der Fernschreibausbildung, die Fehlerquote beim Erlernen und beim Leistungssteigern zu minimieren. Dazu überwachte ein Programm eine gewisse Anzahl von Tastenanschlägen und "entschied" dann
- ob fehlerfrei geschrieben wurde, wenn ja, dann gab es eine Erhöhung der Schreibgeschwindigkeit, beim nein wurde die Schreibgeschwindigkeit verringert.
- ob Fehler in der Menge der geschriebenen Vorgabezeichnen und bei Bedarf bestimmte fehlerhafte Zeichen vermehrt zu schreiben waren.
Übrigens, mit diesem Trainer wurde die Zeit in der Erlern- und Festigungsphase, sowie die Leistungssteigerung auf über 60% reduziert.

Das Programm (die Schaltkreisvariante wurde patentiert) konnte aber nur in System der Vorgaben "intelligent" arbeiten. Daraus meine Schlussfolgerung, Lieutenant Commander Data aus der Star Trek Serie ist eventuell ein Beispiel für "Künstliche Intelligen", er hat aber auch seine Grenzen.

Ich gebe Obstihj recht

Zitat
Aufzuhalten wird das Ganze nicht mehr zu sein. Entscheident wäre die Frage wofür derart
neues Wissen/Können eingesetzt wird. Auch hier kommt es darauf an, wer es in der Hand hat.
Irgendwie ist es wieder so ein bischen wie Wettrüsten!



FuAB-21/NB-4/AB-4/MSR-24/OHS S08/Rentner

Jedes Ding hat drei Seiten: mein, deine und die der Tatsachen.


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07.08.2023 21:42
avatar  OldMan
#4
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Ich empfehle mal zum Einlesen in die Problematik von Manuela Lenzen "Künstliche Intelligenz" (Fakten, Chancen, Risiken), C.H.Beck; Wissen, für die "Zentralen der politischen Bildung". Das Büchlein schafft zumindest einen Überblick (wobei auch ich @Obstihj zustimme: Was man sagen will und was nicht... naja.).
Ich erinnere mich gut an die 80er, @oldmafri: Da haben wir auch von lernenden Systemen und KI sowie "Experten-Systemen" gesprochen; sogar programmiert: Berühmt war "Wenn ... dann ... falls ... dann" usw. und es wurden ja auch direkt Programmiersprachen (PROLOG, LISP) dafür entwickelt... So richtig kam aber der Durchbruch nicht.
Lange her.

OldMan

nihil, nihil.

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08.08.2023 09:20
#5
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Habe mich mit den damals "herrschenden" Programmiersprachen beschäftigen müssen und Lehrgänge besucht. Es waren wilde Zeiten. Im Endeffekt wurde das von mir beschrieben Programm erst in Maschinensprache (U880) geschrieben und getestet. Bis es dann in einer Schaltkreiszusammenstellung als Patent eingereicht wurde. Im Ganzen war es eine Mischung aus Kryptografie und Algorithmen zur Fehlerbeseitigung.
Die Weiterentwicklung war dann das ganze auch für den Tastfunk zu programmieren und die Gerätelehre (Bedienung und Fehlersuche) zu bedienen. Leider ist das nicht truppentauglich geworden, weil die DDR aufgehört hat zu existieren und damit auch die NVA.



FuAB-21/NB-4/AB-4/MSR-24/OHS S08/Rentner

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09.08.2023 22:25
avatar  OldMan
#6
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Ist mir eben beim Durchsehen "historischer Dokumente" untergekommen: Michael Roth, "Die intelligente Maschine" (Der Computer als Experte), Urania-Verlag Leipzig, Jena, Berlin, 1988.
Prof. Roth war aus Ilmenau, Sektion Technische und Biomedizinische Kybernetik.
Wenn ich das so durchblättere: Wir haben damals schon ziemlich weit gedacht. Die Hardware-Basis war aber dafür noch zu schwachbrüstig (aus meiner heutrigen Sicht, damals sah man Vieles recht euphorisch). Softwareseitig konnte das dann nur das Niveau haben, mit dem die Hardware betrieben wurde; dass jedoch Gedanken und Konzepte darüber hinaus gingen, war schon klar, schließlich saßen im Osten auch keine Dummen (selbst wenn sie uns das nachträglich eintrichtern wollten). Ich hatte mich damals forschungsseitig mit der Massendaten-Analyse (wäre heute "Data-Mining") beschäftigt und auch einige Ansätze entwickelt, wie deren Ergebnisse erarbeitet und zur Steuerung von (Produktions-)Prozessen genutzt hätten werden können... 1991 war damit endgültig Schluss; von da ab ging ich nur noch nach Brot und habe alles gemacht, was man so machen konnte: Nur nicht wissenschaftlich geforscht.

OldMan

nihil, nihil.

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